OTTO baut seine Mobile-Commerce-Strategie weiter aus und integriert als einer der ersten deutschen Händler Apples neue visuelle Suchfunktion „Visual Intelligence“. Nutzer aktueller iPhones können damit Produkte per Foto oder Screenshot erkennen lassen und direkt im OTTO-Shop kaufen. Der Checkout erfolgt laut OTTO wie gewohnt über die Infrastruktur des Konzerns.
Foto aufnehmen, Produkt finden, direkt bestellen
Die Funktionsweise ist klar auf schnelle Kaufentscheidungen ausgelegt: Ein Foto eines Kleidungsstücks oder eines Gegenstands genügt, um passende Treffer anzuzeigen. Über die iOS-Kamerasteuerung oder die Actiontaste wird Visual Intelligence aktiviert, einzelne Bildbereiche lassen sich gezielt markieren. Die KI schlägt anschließend passende Artikel aus installierten Shopping-Apps vor. Wer möchte, filtert die Ansicht auf OTTO – und kann die Bestellung sofort abschließen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Wandel im Suchverhalten erhöht strategischen Druck
OTTO reagiert damit auf ein zunehmend visuelles Konsumverhalten. Mehr als 85 Prozent des Traffics stammen bereits von mobilen Geräten, was die Bedeutung nativer Betriebssystem-Funktionen weiter steigert. Parallel fragmentiert sich die Produktsuche: Klassische Keyword-Eingaben verlieren an Dominanz, während KI-Assistenten, Sprachsuche und visuelle Erkennung an Bedeutung gewinnen. Visual Intelligence setzt genau hier an – nicht der Suchbegriff, sondern ein realer Moment fungiert als Ausgangspunkt.
Technische Integration stärkt Plattformstrategie
Die Bildanalyse erfolgt direkt auf dem Gerät, kombiniert mit App-Anbindungen der Händler. Damit entsteht eine neue Sichtbarkeitsebene jenseits von SEO oder klassischer App-Nutzung. Für OTTO passt die Integration zur strategischen Ausrichtung: Der Konzern entwickelt sich zunehmend zur technologiegetriebenen Plattform mit aktuell rund 18 Millionen Artikeln. Präsenz in systemweiten Apple-Funktionen wird so zu einem relevanten Wettbewerbsvorteil.
Verfügbarkeit auf aktuellen iPhone-Generationen
Visual Intelligence läuft unter anderem auf den Modellen iPhone 16, iPhone 17 sowie ausgewählten Pro-Geräten früherer Reihen. Nutzer können über die bekannten Screenshot-Tasten entscheiden, ob ein Bild gespeichert, geteilt oder für die visuelle Produktsuche verwendet wird – ein nahtloser Übergang zwischen visueller Wahrnehmung und Shopping-Erlebnis.
Wettbewerb verlagert sich ins Betriebssystem
Mit dem Schritt zeigt OTTO, wie sich Handelsplattformen im KI-Zeitalter behaupten wollen. Die Produktsuche verlagert sich zunehmend ins Betriebssystem, wodurch Händler frühzeitig technische Schnittstellen besetzen müssen, um sichtbar zu bleiben. Mit der Einbindung der Apple-Funktion positioniert sich OTTO als innovationsorientierter Player und demonstriert, dass die Zukunft der Produkterkennung nicht mehr im Suchfeld beginnt, sondern im Alltag der Kundschaft.


