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Quantencomputing: Große Erwartungen, zögerliche Umsetzung in Unternehmen

Hand auf einer Computer Platine
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Viele Unternehmen sehen großes Potenzial im Quantencomputing, bleiben jedoch zurückhaltend. Fehlendes Know-how, begrenzte Ressourcen und unsichere Rahmenbedingungen bremsen den Einsatz. Gefordert werden konkrete Unterstützung, Förderprogramme und ein leichterer Zugang zu Technologien.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Quantencomputing gilt in der deutschen Wirtschaft als Schlüsseltechnologie der Zukunft, doch der praktische Einsatz bleibt bislang die Ausnahme. Eine aktuelle Bitkom-Untersuchung unter Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten zeigt: Zwar erkennen viele das enorme Potenzial, konkrete Aktivitäten sind jedoch selten.

Große Erwartungen treffen auf geringe Nutzung

Rund zwei Drittel der Unternehmen sehen im Quantencomputing eine Chance für das eigene Geschäft. Gleichzeitig wartet eine klare Mehrheit zunächst ab, bevor sie selbst aktiv wird. Nur ein kleiner Anteil setzt sich intensiv mit der Technologie auseinander, während viele erst perspektivisch einen Einstieg planen. Die Zurückhaltung spiegelt die noch geringe Marktreife sowie Unsicherheiten im Umgang mit der Technologie wider.

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Technologie mit disruptivem Potenzial

Quantencomputer nutzen Prinzipien der Quantenphysik, um hochkomplexe Berechnungen deutlich effizienter zu lösen als klassische Systeme. Besonders in Bereichen wie Logistik, Materialforschung oder Medikamentenentwicklung könnten sie neue Maßstäbe setzen. Gleichzeitig bergen sie Risiken, etwa für bestehende Verschlüsselungsverfahren, die durch ihre Rechenleistung potenziell angreifbar werden.

Internationaler Wettbewerb: Deutschland im Mittelfeld

Im globalen Vergleich wird Deutschland überwiegend im Mittelfeld eingeordnet. Führend sehen viele Unternehmen die USA, gefolgt von asiatischen Ländern wie China und Japan. Europa verfügt zwar über starke Forschungsstrukturen, hat jedoch Nachholbedarf bei der wirtschaftlichen Umsetzung und Finanzierung von Innovationen.

Unsicherheit bei IT-Sicherheit und Vorbereitung

Nahezu alle Unternehmen erkennen im Quantencomputing ein potenzielles Risiko für die IT-Sicherheit. Die Einschätzungen zur tatsächlichen Bedrohung fallen jedoch unterschiedlich aus. Trotz dieser Wahrnehmung hat ein erheblicher Teil der Unternehmen noch keine konkreten Maßnahmen zur Absicherung getroffen. Erste Schritte umfassen Risikoanalysen, Sensibilisierung sowie Planungen für quantensichere Verschlüsselung.

Hürden: Fachkräfte, Know-how und Zugang

Die größten Herausforderungen liegen in fehlenden personellen Ressourcen und mangelndem Fachwissen. Hinzu kommen Unsicherheiten bei regulatorischen Rahmenbedingungen sowie Zweifel an der technologischen Reife. Auch der eingeschränkte Zugang zu Hardware und Testumgebungen erschwert den Einstieg.

Wunsch nach konkreter Unterstützung

Unternehmen fordern vor allem praxisnahe Unterstützung statt theoretischer Visionen. Besonders gefragt sind Förderprogramme für Pilotprojekte, einfacher Zugang zu Quantenplattformen – etwa über Cloud-Angebote – sowie konkrete Anwendungsbeispiele. Auch Schulungen und Marktübersichten stehen weit oben auf der Agenda.

Insgesamt zeigt sich: Das Interesse am Quantencomputing ist groß, doch ohne gezielte Förderung, Wissenstransfer und niedrigschwellige Zugänge dürfte der breite Einsatz in der Wirtschaft weiterhin auf sich warten lassen.

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