Nach dem Insolvenzantrag von Saks Global trennt sich das Luxuswarenhaus nicht nur von einem Großteil seiner Off-Price-Stores sondern auch von seinem E-Commerce-Partner Amazon. Wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber Reuters mitteilte, werde die Kooperation „Saks on Amazon“ eingestellt. Ziel sei es, sich künftig auf wachstumsstärkere Geschäftsfelder zu konzentrieren – insbesondere auf das eigene Onlinegeschäft über Saks.com.
Millioneninvestition endet ohne nachhaltigen Erfolg
Die Zusammenarbeit mit Amazon begann 2024, als der Onlinehändler 475 Millionen US-Dollar (rund 437 Mio. Euro) in das Geschäft von Saks investierte. Teil der Vereinbarung war, dass Saks über acht Jahre mindestens 900 Millionen US-Dollar (ca. 828 Mio. Euro) an Amazon zahlt. Im Gegenzug erhielt das Unternehmen einen eigenen Markenshop auf Amazon.
Doch die Partnerschaft hatte von Anfang an mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Schon vor dem Insolvenzantrag Anfang Januar war das Projekt laut Insiderangaben angeschlagen. Nur wenige Luxusmarken beteiligten sich aktiv am Angebot – aus Sorge um die Exklusivität ihrer Marken auf einem Massenmarkt-Marktplatz.
Amazon unaufhaltsam
Rechtlicher Streit droht
Nach der Insolvenz verschärfte sich die Situation. In einer Anhörung warf ein Amazon-Anwalt Saks vor, seine Flaggschiff-Immobilie in der Fifth Avenue unrechtmäßig als Sicherheit für einen Notkredit über 1,75 Milliarden US-Dollar (ca. 1,6 Mrd. Euro) eingesetzt zu haben. Diese Immobilie sei laut Amazon bereits zur Absicherung von Zahlungen aus dem gemeinsamen Vertrag verpfändet gewesen.
Saks lehnte bislang eine Stellungnahme zum Amazon-Ecit ab. Amazon hingegen betonte gegenüber Reuters, dass sein eigener Luxusbereich auf Amazon unabhängig vom Ende der Kooperation mit Saks weitergeführt werde – mit eigenen Aussagen nach einem wachsenden Sortiment an Designer-Marken.
Branchenkenner vermuten, dass das Insolvenzverfahren von Saks auch als Druckmittel genutzt wird, um sich aus langfristigen Verträgen wie dem mit Amazon zu lösen – insbesondere im Hinblick auf die Interessen der Luxushersteller, die von Anfang an Vorbehalte gegenüber der Plattformlösung hatten.


