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Studie: Jeder Zweite gerät mit BNPL-Zahlungen in Rückstand

Frau vor Rechnungen am Tisch mit zusammengeschlagener Hände
Symbolbild - Foto: Kaboompics.com / Pexels

Key takeaways

Eine aktuelle SCHUFA-Umfrage zeigt: Jeder zweite BNPL-Nutzer hatte bereits Zahlungsschwierigkeiten. Besonders junge Menschen und Geringverdiener geraten zunehmend unter Druck. Mahnungen, Kredite und das Aussetzen von Mietzahlungen nehmen deutlich zu.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die finanzielle Belastung der Verbraucher in Deutschland bleibt hoch. Laut der aktuellen SCHUFA-Umfrage hat sich die Situation vieler Menschen im Vergleich zum Vorjahr weiter verschärft: Zahlungsrückstände, überzogene Konten und der Griff zu kurzfristigen Kreditlösungen nehmen deutlich zu. Besonders kritisch zeigt sich dabei die Nutzung von Buy-Now-Pay-Later-Angeboten (BNPL), die in den letzten Monaten für viele zur Schuldenfalle wurden.

BNPL-Nutzung steigt – ebenso die Mahnkosten

Ein Drittel der Verbraucher in Deutschland nutzte in den vergangenen sechs Monaten BNPL-Dienste. Zwar werden Flexibilität und einfache Abwicklung geschätzt, doch rund 63 Prozent der Befragten sehen in diesen Angeboten auch ein hohes Risiko, die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu verlieren. 59 Prozent halten BNPL sogar grundsätzlich für eine potenzielle Schuldenfalle.

Die Folgen zeigen sich deutlich: 44 Prozent der BNPL-Nutzer haben in den letzten sechs Monaten mindestens eine Bezahlfrist versäumt und mussten Mahngebühren zahlen – doppelt so viele wie im Oktober 2024. Jeder zweite Nutzer konnte bereits mindestens einmal eine angemahnte Zahlung nicht begleichen, elf Prozent sogar mehrfach.

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Angst vor der Zukunft – fehlende Rücklagen

Auch abseits von BNPL zeigen die Zahlen eine wachsende finanzielle Unsicherheit. 64 Prozent der Befragten blicken mit Sorge in die Zukunft. Ein Viertel geht davon aus, bald einen Kredit aufnehmen zu müssen, um entweder steigende Lebenshaltungskosten abzufedern oder den gewohnten Lebensstandard zu halten. Nur 23 Prozent verfügen laut eigenen Angaben über ausreichende Rücklagen – ein Drittel fürchtet, dass die Ersparnisse nicht reichen, 18 Prozent haben diese bereits aufgebraucht, 23 Prozent haben keine Rücklagen.

Junge Menschen und Geringverdiener besonders betroffen

Die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen sowie Haushalte mit einem Einkommen unter 2.000 Euro sind besonders stark betroffen. Jeder vierte junge Erwachsene musste innerhalb der letzten sechs Monate Miet- oder Ratenzahlungen aussetzen. Auch Kontoüberziehungen (36 Prozent) und das Aufschieben von Rechnungen (45 Prozent) sind in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich häufig.

Insgesamt zeigt die SCHUFA-Umfrage: 17 Prozent der Verbraucher haben in den letzten sechs Monaten einen Kredit aufgenommen, ein deutlicher Anstieg gegenüber Oktober 2024 (11 Prozent). 34 Prozent haben Zahlungen hinausgezögert, 26 Prozent das Konto überzogen und 11 Prozent Miete oder Ratenzahlungen ausgesetzt – so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung 2020.

Mehr Erstmeldungen von Zahlungsausfällen

Auch die internen Daten der SCHUFA zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der Personen, zu denen erstmals Zahlungsstörungen gemeldet wurden, liegt im Jahresmittel der ersten drei Quartale 2025 um 13 Prozent über dem Vorjahreswert. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen können – trotz mehrfacher Mahnungen.

SCHUFA-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz sieht in diesen Entwicklungen eine klare Botschaft: „Auch neue Kreditformen wie Buy Now Pay Later müssen verantwortungsvoll reguliert werden.“ Die neue Verbraucherkreditrichtlinie der Bundesregierung sei ein wichtiger Schritt, um Verbraucher zu schützen und gleichzeitig moderne Finanzprodukte sinnvoll zu integrieren.

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