SHEIN denkt offenbar über eine Rückkehr seines Hauptsitzes nach China nach. Laut Bloomberg prüft der Fast-Fashion-Konzern, derzeit in Singapur ansässig, die Verlagerung seiner Zentrale zurück an den Gründungsort Nanjing. Ziel ist es, die Chancen auf eine Genehmigung durch die chinesischen Behörden für einen geplanten Börsengang in Hongkong zu erhöhen.
Schwierige Suche nach einem Börsenplatz
SHEIN versucht seit längerem, den passenden Börsenplatz für einen IPO zu finden. Ein Antrag in New York scheiterte an politischen Spannungen und Vorwürfen zu Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette. Auch in London stieß das Unternehmen auf regulatorische Hürden. Mit der nun verfolgten Hongkong-Option will SHEIN offenbar die Blockaden umgehen, steht aber auch hier unter genauer Beobachtung der Behörden.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Mögliche Neuordnung der Unternehmensstruktur
Bloomberg zufolge erwägt SHEIN sogar die Gründung einer neuen chinesischen Muttergesellschaft, unter der die weltweiten Aktivitäten – darunter Singapur – als Tochtergesellschaften geführt würden. Damit könnte nicht nur die Genehmigung für den Börsengang erleichtert, sondern auch die Steuerbasis klar nach China verlagert werden.
Politische Risiken bleiben hoch
Gleichzeitig ist eine Rückverlagerung mit Risiken verbunden. In den USA und Europa steht SHEIN weiterhin in der Kritik, unter anderem wegen Intransparenz, Wettbewerbsverzerrung und Nähe zur chinesischen Regierung. Hinzu kommen neue Handelsregeln: So wird die bislang großzügige Zollfreigrenze in den USA ab 2027 komplett abgeschafft – ein Schritt, der SHEINs Geschäftsmodell direkt treffen dürfte.
Ob der Umzug tatsächlich umgesetzt wird, ist offen. Insidern zufolge laufen die Gespräche zwar, eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus. SHEIN hat noch nicht auf die Berichte reagiert.



