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Signa Wochen-Update: Neue Insolvenz, viel Politik und neuer Druck aus Abu Dhabi

Bauzaun einer unterbrochenen Baustelle im Zuge der Signa-Insolvenz
Foto: Markus Günter / RETAIL-NEWS Deutschland

Die Signa-Gruppe und René Benko bleiben weiter im Zentrum finanzieller Turbulenzen. Mit der jüngsten Insolvenz von Signa Retail und den weiterhin ungeklärten Schulden wird deutlich, wie tief die Probleme reichen. Die erfolglose Interventionen des österreichischen Ex-Bundeskanzlers und die internationalen Forderungen verschärfen die Lage, während Galeria Karstadt Kaufhof in der Post-Signa-Ära versucht, durch eine umfassende Neugestaltung und strategische Investitionen einen Neuanfang zu machen.

Weitere Insolvenz im Signa-Imperium:

Die Signa Retail GmbH, Teil der Signa-Gruppe von René Benko, hat Anfang der Woche Insolvenz angemeldet. Die Gesellschaft, die mittelbare Beteiligungen an namhaften Handelsketten wie Galeria Kaufhof und der KaDeWe-Group hält, ist mit Schulden in Höhe von 1,13 Milliarden Euro belastet, denen nur Aktiva von 1,5 Millionen Euro gegenüberstehen.

Es wird ein Sanierungsverfahren angestrebt, das den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren bietet. Die direkten und indirekten Beteiligungen der ebenfalls insolventen Dachgesellschaft Signa Holding trugen zur Verschärfung der finanziellen Situation bei.

Gusenbauers vergeblicher Einsatz für Signa

Alfred Gusenbauer, ehemaliger österreichischer Bundeskanzler und einstiger Aufsichtsratsvorsitzender der Signa, versuchte erfolglos, über die österreichische Finanzmarktaufsicht Einfluss auf die Europäische Zentralbank zu nehmen. Diese hatte zuvor vor einer vorsichtigen Kreditvergabe an Signa gewarnt. Gusenbauers Bemühungen, die negative Darstellung der Finanzsituation von Signa zu korrigieren, verdeutlichen das Ausmaß, in dem Signa versuchte, auf höchster Ebene Einfluss zu nehmen, wie Der Standard ausführlich berichtet.

Druck aus Abu Dhabi

Abu Dhabis Kronprinz Al Nahyan, der in Signa investiert hatte, fordert nun, offenbar „aus Ehre“, die Rückzahlung von 250 Millionen Euro. Die Investitionen wurden getätigt, als das Signa-Imperium bereits instabil war, was zu einer verschärften Auseinandersetzung führt. Die königliche Familie, die auf Betrug hinweist, zeigt das Risiko von Benkos einst weitreichenden Geschäftsbeziehungen. Nach einem jüngsten Ermittlungsverfahren in Luxemberg ist Abu Dhabi damit der nächste Staat der, wenngleich hier aus Gläubiger-Perspektive, Druck ausübt.

Strategische Neuausrichtung von Galeria

Nach dem Verkauf von Galeria Karstadt Kaufhof und der Ankündigung, 20% der Filialen schließen zu müssen, will sich das Unternehmen nun auch symbolträchtig über eine neue Namensgebung von den Signa-Fesseln lösen. Der Warenhauskonzern plant, die Markennamen „Karstadt“ und „Kaufhof“ im Juli zu streichen und sich fortan nur noch Galeria zu nennen.

Dies ist Teil eines größeren Plans, der eine Investition von bis zu 100 Millionen Euro in die Modernisierung der verbleibenden Filialen umfasst. Ziel ist es, jede Filiale autonom profitabel zu machen, was eine signifikante Abkehr von der bisherigen Strategie darstellt. Zahlreiche Experten bezweifeln jedoch, ob die Investitionshöhe für die verbliebenen 76 Filialen ausreichend ist.

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