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SEO: Organische Sichtbarkeit deutscher Onlineshops fällt deutlich

Google AI Overview
Foto: RETAIL-NEWS / Made with AI

Key takeaways

➟ Generative Suche verändert die Customer Journey im deutschen Onlinehandel. Eine Studie registriert sinkende organische Sichtbarkeit, während AI Overviews vor allem die Recherchephase besetzen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die organische Sichtbarkeit großer deutscher Onlineshops ist 2026 erstmals seit mehreren Jahren deutlich gesunken. Nach einer gemeinsamen Untersuchung von Sistrix und LEAP ging die mediane Sichtbarkeit der analysierten Shops gegenüber dem Vorjahr um 16,7 Prozent zurück. Gleichzeitig breiten sich KI-generierte Suchergebnisse deutlich aus.

Für die zweite Ausgabe der Studie „KI & SEO im deutschen E-Commerce 2026“ wurden rund 2.500 der umsatzstärksten deutschen B2C-Onlineshops untersucht. Sie stehen den Studienautoren zufolge zusammen für weit über 90 Prozent des deutschen Online-Warenumsatzes. Zwischen 2022 und 2025 war ihre mediane organische Sichtbarkeit noch kumuliert um rund 41 Prozent gestiegen.

AI Overviews gewinnen deutlich an Reichweite

Parallel zum Rückgang der klassischen Sichtbarkeit hat sich die Präsenz von AI Overviews innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht. Ihr Anteil an den untersuchten Keywords stieg von 4,3 auf 14,2 Prozent.

Die untersuchten Händler profitieren davon bislang nur begrenzt als Quelle. Der Anteil der Fälle, in denen die eigene Domain in AI Overviews genannt wird, erhöhte sich lediglich von 2,3 auf 5,3 Prozent. Damit wächst laut Studie die Differenz zwischen der Präsenz von KI-Antworten und der Beteiligung der Shops an diesen Ergebnissen.

Auch der Anteil des organischen Traffics am Gesamttraffic sank von 42,5 auf 33,3 Prozent. Sistrix und LEAP rechnen dies auf einen Rückgang des organisch beeinflussten Online-Umsatzes von etwa 35 auf 28 Milliarden Euro hoch. Die Differenz liegt damit bei rund 7,5 Milliarden Euro jährlich.

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KI verändert vor allem die Recherchephase

Besonders stark sind AI Overviews bei informationalen Suchanfragen vertreten. Laut Studie erscheint bei 69,7 Prozent dieser Suchen bereits eine KI-generierte Übersicht. Bei transaktionalen Suchanfragen mit konkreter Kaufabsicht liegt der Anteil dagegen bei lediglich 0,2 Prozent.

Damit verändert generative Suche derzeit vor allem die Recherche- und Vergleichsphase der Customer Journey. Selbst bei grundsätzlich passenden Domains erscheinen die Shops laut Untersuchung nur in 9,3 Prozent der informationalen AI-Overview-Fälle tatsächlich innerhalb der Antwort.

Für Händler entsteht dadurch ein neues Sichtbarkeitsproblem: Eine Marke kann während der Informationssuche an Präsenz verlieren, obwohl die eigentliche transaktionale Produktsuche weiterhin überwiegend über klassische Suchergebnisse läuft.

Starke SEO-Domains werden häufiger von KI zitiert

Zwischen klassischer Sichtbarkeit und der Nennung in KI-Antworten stellt die Studie einen deutlichen Zusammenhang fest. Die Rangkorrelation beträgt 0,66. Auf das sichtbarste Fünftel der untersuchten Shops entfallen rund 72 Prozent aller erfassten KI-Zitierungen, während das schwächste Fünftel lediglich auf etwa ein Prozent kommt.

Allerdings unterscheiden sich die KI-Systeme. Google AI Overviews und AI Mode weisen bei der Auswahl zitierter Shops eine Rangkorrelation von 0,86 auf. ChatGPT stimmt mit den beiden Google-Systemen dagegen nur mit Werten zwischen 0,45 und 0,49 überein.

Aus Sicht der Studienautoren bleibt klassisches SEO deshalb die Grundlage für KI-Sichtbarkeit, reicht allein aber nicht mehr aus. Informationale Inhalte wie Ratgeber und Vergleiche müssten zunehmend so aufgebaut sein, dass KI-Systeme sie als geeignete Quellen heranziehen können.

Händler sollen bestehenden Traffic besser nutzen

Während die Recherchephase stärker von KI geprägt wird, bleibt die transaktionale Suche nach den Studienergebnissen bislang weitgehend klassisch. Gute Positionen bei kaufnahen Suchanfragen gewinnen dadurch für Händler zusätzlich an Bedeutung.

Gleichzeitig empfehlen die Autoren, vorhandenen Website-Traffic effizienter zu nutzen. Rund 76 Prozent der untersuchten Top-Shops setzen demnach kein A/B-Testing-Tool ein. Gerade bei rückläufigem organischem Traffic könnten Verbesserungen der Conversion deshalb an Bedeutung gewinnen.

Die Untersuchung basiert auf 2.496 Domains aus dem EHI-Ranking und mehr als einer Million Datenpunkten. Für den Sichtbarkeitsvergleich wurden die Stichtage 6. Juni 2025 und 6. Juni 2026 gegenübergestellt. Neben Sistrix-Daten flossen Angaben von Similarweb und BuiltWith in die Analyse ein.

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