Die Teilzeitbeschäftigung in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Im zweiten Quartal 2025 lag die Teilzeitquote laut aktueller Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei 40,1 Prozent – ein Plus von 0,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit ist erstmals mehr als jeder dritte Beschäftigte in Teilzeit tätig.
Dieser Anstieg ist nicht auf Minijobs, sondern auf reguläre Teilzeitstellen, wie sie auch stark im Einzelhandel zu finden sind, zurückzuführen. Während die Zahl der geringfügig Beschäftigten erneut rückläufig war, stieg die Zahl der regulären Teilzeitbeschäftigten um 1,3 Prozent. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten nahm dagegen leicht um 0,7 Prozent ab.
Mehr Beschäftigte, aber weniger Arbeitsvolumen
Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht auf 46 Millionen Personen an. Saison- und kalenderbereinigt blieb die Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorquartal jedoch nahezu unverändert. Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“, betont die Bedeutung dieser Entwicklung: „Trotz zwei Rezessionsjahren wurde ein neuer Beschäftigungsrekord erreicht – allerdings liegen die Vollzeitstellen mehr als 200.000 unter dem bisherigen Höchststand.“
Parallel zum Beschäftigungszuwachs ist das gesamte Arbeitsvolumen leicht rückläufig. Im zweiten Quartal 2025 wurden 14,5 Milliarden Arbeitsstunden geleistet – 0,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch gegenüber dem Vorquartal ist ein Rückgang von 0,1 Prozent zu verzeichnen.
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Weniger Überstunden, mehr Nebenjobs
Arbeitnehmer leisteten im Schnitt 2,6 bezahlte und 3,9 unbezahlte Überstunden – jeweils ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch das unterstreicht den Trend hin zu einer insgesamt geringeren durchschnittlichen Arbeitszeit.
Deutlich im Aufwind ist dagegen die Nebentätigkeit. 4,64 Millionen Menschen gingen im zweiten Quartal 2025 einer Nebenbeschäftigung nach – ein Plus von 2,5 Prozent im Jahresvergleich. Damit setzt sich der langfristige Aufwärtstrend fort. Durchschnittlich wurden dabei 7,4 Arbeitsstunden pro Kopf geleistet, 0,2 Stunden mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.


