Der US-Sportartikelhersteller Under Armour hat das Geschäftsjahr 2026 mit rückläufigen Umsätzen und hohen Verlusten abgeschlossen, sieht jedoch Fortschritte bei seiner laufenden Restrukturierung. Während das Unternehmen in Nordamerika weiterhin Umsatzrückgänge verzeichnete, entwickelte sich das internationale Geschäft stabiler. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Under Armour eine schrittweise Stabilisierung des Geschäfts.
Konzernchef Kevin Plank sprach von einem weiteren Schritt beim Umbau des Unternehmens. Im Mittelpunkt stehen eine stärkere operative Disziplin, ein effizienteres Geschäftsmodell sowie Investitionen in Markenführung und Marketing.
Nordamerika bleibt größte Belastung
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank der Konzernumsatz leicht um ein Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Besonders schwach entwickelte sich weiterhin der Heimatmarkt Nordamerika, wo die Erlöse um sieben Prozent zurückgingen.
International legte Under Armour dagegen um zehn Prozent zu. Vor allem die Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika verzeichneten zweistellige Wachstumsraten. Auch Europa, der Nahe Osten und Afrika entwickelten sich stabil.
Im Gesamtjahr gingen die Umsätze konzernweit um vier Prozent auf 5 Milliarden US-Dollar zurück. Der Rückgang im nordamerikanischen Geschäft konnte dabei durch das internationale Wachstum nur teilweise kompensiert werden.
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Tarife und Restrukturierung belasten Profitabilität
Die Profitabilität des Unternehmens stand weiterhin unter erheblichem Druck. Die Bruttomarge sank im vierten Quartal deutlich auf 42 Prozent. Belastend wirkten insbesondere höhere Zölle, steigende Produktkosten sowie ungünstige regionale Absatzverschiebungen.
Für das Gesamtjahr verbuchte Under Armour einen Nettoverlust von 496 Millionen US-Dollar. Darin enthalten ist unter anderem eine hohe steuerliche Wertberichtigung auf US-Vermögenswerte.
Zusätzlich belasteten Restrukturierungskosten und Transformationsaufwendungen das Ergebnis. Insgesamt investierte das Unternehmen bislang rund 261 Millionen US-Dollar in das laufende Restrukturierungsprogramm. Nach einer Überprüfung soll das Programm nun erweitert werden und bis Ende 2026 Kosten von rund 305 Millionen US-Dollar verursachen.
Marketing und Markenaufbau rücken stärker in den Fokus
Nach Angaben von CEO Kevin Plank will Under Armour künftig verstärkt in Markenführung und modernes Marketing investieren. Ziel sei es, die Nachfrage der Verbraucher langfristig wieder zu stärken und die Profitabilität des Unternehmens nachhaltig zu verbessern.
Gleichzeitig arbeitet der Konzern an einer Straffung seines Geschäftsmodells und will Entscheidungsprozesse vereinfachen. Der Fokus liegt dabei auf einer stärkeren Kontrolle der Kosten und einer effizienteren operativen Steuerung.
Im Direktkundengeschäft entwickelte sich insbesondere das stationäre Geschäft positiv. Die Umsätze eigener Stores stiegen im vierten Quartal um acht Prozent, während der E-Commerce-Umsatz stagnierte.
Unternehmen erwartet vorsichtige Stabilisierung 2027
Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet Under Armour mit einem leicht rückläufigen Umsatz. Während Nordamerika erneut schwächer erwartet wird, sollen Europa und Asien-Pazifik leicht wachsen.
Bei der Bruttomarge prognostiziert das Unternehmen jedoch eine deutliche Verbesserung. Dazu beitragen sollen Preismaßnahmen, ein günstigerer Vertriebsmix sowie mögliche Rückerstattungen tarifbezogener Kosten.
Zudem plant Under Armour zusätzliche Investitionen in Marketing und Markenaufbau. Trotz anhaltender Belastungen durch geopolitische Konflikte und Lieferkettenprobleme erwartet das Unternehmen für 2027 wieder ein positives operatives Ergebnis.




