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Bereitschaft für Investitionen bröckelt: Industrie bremst, Handel vorsichtig

Mehrere Euroscheine bei einer Geldübergabe bei einer Bank
Foto: Pixabay

Key takeaways

Die Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen sinkt deutlich, vor allem in der Industrie. Laut ifo Institut belasten Strukturwandel, Standortprobleme und politische Unsicherheiten die Investitionspläne. Besonders Fahrzeug- und Chemiebranche kürzen stark. Nur wenige Sektoren, wie Hersteller elektronischer Geräte, planen für 2026 steigende Ausgaben.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Unternehmen in Deutschland zeigen sich bei Investitionen zunehmend zurückhaltend. Laut aktuellen Zahlen des ifo Instituts sind die Investitionserwartungen für das laufende Jahr deutlich eingebrochen. Der Saldo fiel im November auf -9,2 Punkte, nachdem im März noch ein positiver Wert von 2,4 Punkten verzeichnet wurde. Ursachen sind laut ifo-Konjunkturexpertin Lara Zarges der tiefgreifende Strukturwandel, die sinkende Standortattraktivität Deutschlands sowie eine anhaltende Unsicherheit bezüglich wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen.

Industrie fährt Investitionen massiv zurück

Besonders stark betroffen ist die Industrie. Für das laufende Jahr sank der Investitionssaldo von +4,0 im März auf -17,3 Punkte im November. Die Automobilbranche verzeichnete dabei einen drastischen Rückgang von -11,4 auf -36,7 Punkte. Auch die Chemieindustrie meldet eine Trendwende: von +21,0 Punkten im März ging es auf -9,4 Punkte im November zurück. Im Maschinenbau sank die Investitionsbereitschaft von +0,9 auf -15,3 Punkte.

Für das kommende Jahr sind die Erwartungen in der Industrie etwas weniger negativ, bleiben mit einem Saldo von -6,9 Punkten aber weiterhin im roten Bereich. Besonders pessimistisch zeigt sich erneut die Chemiebranche mit -15,8 Punkten. Der Fahrzeugbau plant keine weiteren Einschnitte (-1,3 Punkte), jedoch zeigt sich ein Stimmungsumschwung bei den Investitionen in Software sowie Forschung und Entwicklung, die 2026 mit -10,6 bzw. -10,4 Punkten zurückgefahren werden sollen. Lediglich in Ausrüstungen ist ein leichter Anstieg vorgesehen (2,9 Punkte).

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Einzelhandel und Dienstleistungen unter Druck

Auch im Handel sinkt die Investitionsbereitschaft weiter: Für das laufende Jahr wurde ein Rückgang von -10,1 auf -13,1 Punkte verzeichnet. Die Erwartungen für 2026 bleiben mit -9,7 Punkten ebenfalls verhalten.

Im Dienstleistungssektor fällt der Rückgang ebenfalls ins Gewicht. Während im März noch ein leicht positiver Wert von +4,9 Punkten gemessen wurde, liegt der aktuelle Stand bei -3,1 Punkten. Immerhin zeigt sich hier für das kommende Jahr ein leicht positiver Trend mit einem Saldo von 1,1 Punkten – der einzige Wert im Plusbereich über alle untersuchten Sektoren hinweg.

Ein Ausreißer nach oben zeigt sich bei Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. Sie planen als einziger Industriezweig für das kommende Jahr steigende Investitionen in allen Anlageklassen. Treiber dieses positiven Ausblicks sind vor allem erhöhte Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die mit einem Saldo von 13,1 Punkten angegeben werden.

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