Vestiaire Collective, globale Plattform für gebrauchte Luxusmode, richtet den Fokus zunehmend auf Männermode. Erstmals veröffentlicht das Pariser Unternehmen einen Resale-Report speziell für Herrenartikel und startet gleichzeitig ein dediziertes Shopping-Erlebnis für Männer. Nutzer können nun gezielt zwischen Damen- und Herrenmode wählen.
Die Entscheidung für diesen Schritt basiert auf einem organischen Anstieg der Nachfrage nach Herrenmode und -accessoires, wie Samina Virk, globale Marketingchefin und US-CEO von Vestiaire, erklärt. Bereits seit Monaten bereitet das Unternehmen die Einführung des neuen Männerbereichs vor und hat das Sortiment um 88 % in den letzten drei Jahren ausgebaut – ein deutlicher Indikator für das Wachstum dieses Segments.
Ausbau des Männerangebots mit Fokus auf Trendmarken
Im Rahmen der neuen Strategie kuratiert Vestiaire gezielt Marken und Stile für Männer. Der Männer-Report beleuchtet, welche Produkte besonders gefragt sind und warum Männer kaufen und verkaufen. Im Zentrum stehen Kleidungsstücke wie Jacken und Pullover, aber auch Sneaker, Taschen und Uhren – allen voran Louis-Vuitton-Bags und Rolex-Modelle.
Parallel dazu wurde eine eigene Marketingkampagne für Männer gestartet. Influencer-Kooperationen, gezielte digitale Werbeformate auf Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube sowie Podcasts sollen die Sichtbarkeit erhöhen. Während der Pariser Fashion Week betreibt Vestiaire sogar einen eigenen Showroom zur Präsentation des Männerangebots.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Motive der Käufer: Preis, Seltenheit und Nachhaltigkeit
Laut Report geben 79 % der Männer an, vor allem aufgrund attraktiver Preise und der Verfügbarkeit limitierter Stücke auf Vestiaire zu kaufen. Besonders begehrt sind exklusive Accessoires wie Balenciagas „Armor“-Handschuhe oder eine neue Royal Oak Double Balance von Audemars Piguet. Auch Nachhaltigkeit spielt eine Rolle: Jeder fünfte Mann nennt Umweltaspekte als Kaufgrund. Zudem pflegen 70 % ihre Kleidungsstücke bewusst, um sie später weiterverkaufen zu können – ein Zeichen für wachsende Akzeptanz zirkulärer Mode.
Regionale Unterschiede und Zielgruppen
Interessant sind die regionalen Präferenzen: In den USA ist Louis Vuitton die beliebteste Marke, in Frankreich Dior, in Deutschland Prada, in Italien Gucci und in Großbritannien Burberry. Der Report zeigt auch, dass nicht nur Männer selbst shoppen, sondern auch Frauen für männliche Partner oder Freunde einkaufen.
Vestiaire erwartet durch das neue, geschlechtergetrennte Einkaufserlebnis noch tiefere Einblicke in das Konsumverhalten. Künftige Berichte sollen differenziertere Analysen ermöglichen. Der aktuelle Launch markiert somit den Startpunkt für eine gezieltere Ansprache und Auswertung der männlichen Zielgruppe.


