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USA: Visa und Mastercard einigen sich auf Gebührenvergleich mit Händlern

Mastercard und Visa Kreditkarten
Foto: Pixabay

Key takeaways

Visa und Mastercard haben in den USA einem 38-Milliarden-Dollar-Vergleich zugestimmt, der Händlergebühren senken und mehr Flexibilität bei der Kartenauswahl ermöglichen soll. Während die Kreditkartenriesen Erleichterungen versprechen, kritisieren Handelsverbände den Deal als unzureichend. Ein Gericht muss den Vergleich noch genehmigen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Visa und Mastercard haben sich laut Informationen von Reuters mit US-Händlern auf einen 38 Milliarden Dollar (ca. 35,6 Mrd. Euro) schweren Vergleich geeinigt. Damit wollen die beiden Kreditkartenanbieter einen langjährigen Rechtsstreit beilegen, in dem ihnen vorgeworfen wurde, überhöhte Gebühren für Kartenzahlungen zu verlangen und so gegen das US-Kartellrecht verstoßen zu haben.

Die Einigung sieht vor, dass die sogenannten „Swipe Fees“ – also die Gebühren, die Händler bei Kreditkartenzahlungen zahlen – über einen Zeitraum von fünf Jahren um 0,1 Prozentpunkte gesenkt werden. Darüber hinaus wird der Höchstsatz für Standard-Konsumentenkarten für acht Jahre auf 1,25 % gedeckelt. Dies entspräche einer Reduktion von über 25 % gegenüber dem bisherigen Niveau. Visa und Mastercard betonen jedoch, dass sie sich durch den Vergleich nicht der Schuld bekennen.

Mehr Flexibilität für Händler

Neben der Gebührenreduktion dürfen Händler künftig selektiv entscheiden, welche Kartentypen sie akzeptieren wollen – beispielsweise nur Standardkarten, jedoch keine Premiumkarten mit hohen Rückvergütungen. Auch das bisherige „Honor-All-Cards“-Prinzip, das zur Annahme aller Visa- und Mastercard-Produkte verpflichtete, wird aufgelockert. Zudem sollen Händler künftig einfacher Zuschläge von bis zu 3 % bei Kartenzahlungen erheben dürfen.

Visa erklärte, dass die Einigung allen Händlern, unabhängig von ihrer Größe, spürbare Erleichterung bringen werde. Mastercard betonte insbesondere die Vorteile für kleinere Einzelhändler.

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Kritik von Handelsverbänden

Trotz dieser Zugeständnisse regt sich Widerstand. Die National Retail Federation (NRF) sowie die Merchants Payments Coalition bezeichnen die Einigung als unzureichend. Ihrer Meinung nach bleiben die Gebühren weiterhin zu hoch, insbesondere bei beliebten Premiumkarten. Auch fehle es an einem wirklichen Anreiz für Banken, ihre Entgelte zu senken. Doug Kantor von der National Association of Convenience Stores kritisierte, dass Händler weiterhin keine echten Verhandlungsmöglichkeiten gegenüber den Banken hätten.

Bereits im Jahr 2024 hatte die damals zuständige Richterin einen früheren Vergleich über 30 Milliarden Dollar abgelehnt. Sie bezeichnete die darin vorgesehenen Einsparungen von rund sechs Milliarden Dollar jährlich als „unzureichend“ im Vergleich zu den möglichen Einnahmen von Visa und Mastercard. Das neue Angebot soll die Bedenken des Gerichts nun adressieren.

Ökonomische Einschätzung: Milliardenpotenzial

Laut Gutachten von Wirtschaftsexperten könnten die vorgesehenen Änderungen bis 2031 Einsparungen von 38 Milliarden Dollar für die Händler bringen. In Summe könnten sich die Vorteile auf bis zu 224 Milliarden Dollar belaufen – durch mehr Wettbewerb und geringere Kosten für Verbraucher.

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