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Weinkonsum sinkt weiter – Branche vor strukturellem Umbruch

Weinglas mit mehreren Korken
Foto: Pixabay

Key takeaways

Der Weinkonsum in Deutschland ist erneut rückläufig. Laut Deutschem Weininstitut sank der Pro-Kopf-Verbrauch auf 21,5 Liter. Für Erzeuger und Handel steigt der Druck, mit neuen Strategien auf das veränderte Konsumverhalten zu reagieren.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Weinkonsum in Deutschland geht weiter zurück. Im Zeitraum vom 1. August 2024 bis 31. Juli 2025 trank die über 16-jährige Bevölkerung durchschnittlich 21,5 Liter Wein pro Person – ein Rückgang von 0,7 Litern im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich der seit Jahren beobachtete Negativtrend fort, wie die aktuelle Konsumbilanz des Deutschen Weininstituts (DWI) zeigt.

Rückgang mit strukturellen Ursachen

Nach Einschätzung des DWI handelt es sich nicht um eine temporäre Delle, sondern um einen anhaltenden Wandel im Konsumverhalten. Geschäftsführerin Melanie Broyé-Engelkes nennt dafür mehrere Gründe: eine bewusster agierende junge Zielgruppe, höhere Lebenshaltungskosten und den demografischen Wandel. Alkoholische Getränke verlieren insgesamt an Alltagsrelevanz, insbesondere bei jüngeren Konsumenten.

Auch der Konsum von Schaumwein zeigt eine rückläufige Tendenz, wenn auch weniger stark. Hier sank der Pro-Kopf-Verbrauch lediglich um 0,1 Liter auf 3,5 Liter jährlich. Der Markt wirkt stabil, weist aber keine Impulse für Wachstum auf und bleibt stark von saisonalen Anlässen geprägt.

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Sinkende Mengen, wachsender Anpassungsdruck

Insgesamt belief sich das konsumierte Volumen aus Wein und Schaumwein auf 17,8 Millionen Hektoliter. Davon entfielen 15,3 Millionen Hektoliter auf Wein und 2,5 Millionen Hektoliter auf Schaumwein. Berücksichtigt wurden hierbei alle Vertriebskanäle – vom Handel über Direktvermarktung bis zur Gastronomie.

Hochgerechnet auf rund 71,2 Millionen Einwohner über 16 Jahre ergibt sich ein kombinierter Jahresverbrauch von 25 Litern Wein und Schaumwein pro Kopf. Trotz dieser beachtlichen Menge zeigt sich eine schrittweise Erosion des Segments.

Für Winzer, Genossenschaften und Fachhändler entsteht dadurch ein erheblicher Anpassungsdruck. Die Branche ist gefordert, durch kleinere Verpackungseinheiten, alkoholarme Varianten und neue Kommunikationsansätze attraktiv zu bleiben. Künftig entscheidet weniger die Absatzmenge über den Erfolg, sondern zunehmend die Positionierung über Qualität, Herkunft und Nachhaltigkeit.

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