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Wella vor Börsengang: Die deutsche Traditionsmarke soll an die Wall Street

Aussenansicht eines WELLA Professionals Salon
Foto: WELLA

Key takeaways

Nach Jahren unter Procter & Gamble, Coty und KKR soll Wella wieder börsennotiert werden. Der Beauty-Konzern wächst und erzielt wieder Gewinne, bringt jedoch eine Milliardenverschuldung mit an die Wall Street.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Wella steht mehr als zwei Jahrzehnte nach der Übernahme durch Procter & Gamble vor der Rückkehr an die Börse. Der von KKR kontrollierte Beauty-Konzern hat am 31. August 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC den Antrag für einen Börsengang eingereicht. Die Aktien sollen unter dem Kürzel „WELA“ an der New York Stock Exchange gehandelt werden.

Wesentliche Eckdaten wie Aktienzahl, Preisspanne und angestrebte Bewertung stehen noch nicht fest. Der Börsengang trifft jedoch auf ein Unternehmen, das zuletzt Umsatz und Profitabilität gesteigert hat. Gleichzeitig bleibt die hohe Verschuldung ein wichtiger Faktor für potenzielle Investoren.

Von Darmstadt über Coty zu KKR

Die Geschichte von Wella reicht bis 1880 zurück. Das spätere Darmstädter Familienunternehmen entwickelte sich zu einem internationalen Anbieter für professionelle Haarpflege und Kosmetik, bevor Procter & Gamble 2003 die Kontrolle übernahm. Das damalige Transaktionsvolumen wurde mit rund 6,5 Milliarden Euro angegeben.

2016 gelangte Wella im Zuge des Verkaufs großer Teile des P&G-Beautygeschäfts zu Coty. Vier Jahre später übernahm KKR zunächst 60 Prozent des verselbstständigten Unternehmens. Ende 2025 verkaufte Coty auch seinen verbliebenen Anteil von 25,8 Prozent an von KKR verwaltete Investmentvehikel.

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Umsatz steigt auf 2,94 Milliarden Dollar

Im Geschäftsjahr 2026 erzielte Wella einen Nettoumsatz von rund 2,94 Milliarden Dollar nach knapp 2,69 Milliarden Dollar im Vorjahr. Währungsbereinigt entspricht dies einem Wachstum von 5,1 Prozent. Nach Angaben im Börsenprospekt verzeichnete das Unternehmen damit 22 Quartale in Folge währungsbereinigtes Wachstum gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum.

Zum Portfolio gehören sieben strategische Kernmarken, darunter Wella Professionals, ghd, Clairol, OPI und Nioxin. Besonders das professionelle Haargeschäft sowie Produkte für Endverbraucher und Stylinggeräte trugen zuletzt zum Wachstum bei.

Wella kehrt in die Gewinnzone zurück

Auch die Profitabilität hat sich verbessert. Das bereinigte EBITDA stieg von 415 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2024 auf 522 Millionen Dollar 2026. Gleichzeitig erhöhte sich die bereinigte EBITDA-Marge von 16 auf 18 Prozent.

Nach einem Nettoverlust von 115 Millionen Dollar im Jahr 2024 und knapp neun Millionen Dollar 2025 erwirtschaftete Wella 2026 einen Nettogewinn von rund 62 Millionen Dollar. Der operative Cashflow erreichte 225 Millionen Dollar, während das Unternehmen einen Free Cashflow von 159 Millionen Dollar auswies.

Milliardenverschuldung belastet die Bilanz

Ein zentraler Risikofaktor bleibt die Finanzierung. Ende Juni 2026 standen rund 2,29 Milliarden Dollar variabel verzinste Kredite aus einer wesentlichen Finanzierungsfazilität aus. Eine Veränderung des effektiven Zinssatzes um einen Prozentpunkt würde die jährlichen Zinskosten auf dieser Basis um rund 22,9 Millionen Dollar verändern.

Für die Bewertung beim Börsengang dürfte daher entscheidend sein, wie sich die Verschuldung nach dem IPO entwickelt und wofür mögliche Emissionserlöse verwendet werden. Genauere Angaben dazu sowie zur angestrebten Marktkapitalisierung fehlen im ersten Prospekt noch.

Neuer CEO soll Wachstum fortsetzen

Seit April 2026 führt Calvin McDonald Wella. Der Manager war zuvor mehr als sieben Jahre CEO von Lululemon und leitete davor unter anderem Sephora Americas. Er übernimmt einen Konzern mit rund 6.000 Vollzeitbeschäftigten und Präsenz in mehr als 100 Ländern.

Mit dem geplanten NYSE-Listing würde Wella nach mehr als zwei Jahrzehnten unter wechselnden Großaktionären an den Kapitalmarkt zurückkehren. Für KKR wird die Bewertung entscheidend: Wella wächst wieder und erzielt Gewinne, muss Investoren aber zugleich von einem Geschäftsmodell mit hoher Finanzverschuldung überzeugen.

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