Westwing baut seine stationäre Präsenz weiter aus und hat am Montag in München einen weiteren Flagship Store eröffnet. Der neue Standort an der Residenzstraße 24 umfasst mehr als 400 Quadratmeter auf zwei Etagen und ersetzt den bisherigen temporären Store nahe dem Odeonsplatz.
Mit dem Schritt stärkt der Home-&-Living-Anbieter, der neben eigenen Stores wie den Flagship-Store in Berlin auch ein Store-in-Store-Konzept bei Breuninger betreibt, seine physische Präsenz in der eigenen Gründungsstadt und führt zugleich ein neues Ladenkonzept ein. Der Store soll Produktinszenierung, Beratung und digitale Zugänge zum gesamten Sortiment enger miteinander verbinden.
Neues Store-Konzept setzt auf stärkere Produktinszenierung
Der Münchner Flagship Store ist der erste Standort, an dem Westwing sein sogenanntes Store Concept 3.0 umsetzt. Statt klassischer Raumwelten setzt das Unternehmen stärker auf modulare Präsentationen und klar abgegrenzte Produktkategorien. Kunden sollen unterschiedliche Möbelvarianten direkt vergleichen, ausprobieren und erleben können.
Zu den gestalterischen Elementen gehören unter anderem ein markanter Eingangsbereich, eine inszenierte Präsentationsfläche für Polstermöbel sowie eine Kassenzone aus grünem Marmor. Ergänzt wird das Konzept durch Wohn-, Ess-, Schlaf- und Dekorationsbereiche sowie einen integrierten Blumenbereich.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Online und Offline werden enger verzahnt
Ein zentraler Bestandteil des neuen Konzepts ist die Verbindung von stationärem und digitalem Einkauf. Produkte können direkt im Store gekauft werden, gleichzeitig ermöglichen iPad-Stationen den Zugriff auf das internationale Westwing-Sortiment, das über das vor Ort gezeigte Angebot hinausgeht.
Damit will Westwing die Vorteile physischer Produktpräsentation mit der Sortimentsbreite des E-Commerce verbinden. Der stationäre Store wird so nicht nur zum Verkaufsort, sondern auch zur digitalen Beratungs- und Inspirationsfläche.
Beratung erhält größeren Stellenwert
Neben der Produktinszenierung baut Westwing auch den Beratungsansatz aus. Der hauseigene Design Service bietet individuelle Einrichtungsberatung und soll Kunden dabei unterstützen, Möbel und Accessoires zu einem abgestimmten Wohnkonzept zusammenzustellen.
Damit positioniert Westwing den Store stärker als Service- und Erlebnisstandort und nicht ausschließlich als klassische Verkaufsfläche. Das Unternehmen will so eine Alternative zu traditionellen Interior-Design-Angeboten schaffen.
München wird zum Testfeld für weitere Expansion
Die Wahl Münchens hat für Westwing strategische Bedeutung. Die Stadt ist nicht nur Gründungsort des Unternehmens, sondern auch ein wichtiger Premium- und Designstandort im deutschen Einzelhandel. Mit dem Flagship Store will Westwing nach eigenen Angaben die Bindung an seine Kundschaft stärken und Premium Home & Living physisch erlebbarer machen.
Zugleich dürfte der Standort eine wichtige Rolle dabei spielen, das neue Store-Konzept unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln und Erfahrungen für eine mögliche weitere Expansion zu sammeln.
Stationärer Handel wird Teil der Markenstrategie
Westwing kommt ursprünglich aus dem E-Commerce und erweitert sein Geschäftsmodell zunehmend um physische Kontaktpunkte. Der Münchner Flagship Store zeigt, dass stationärer Handel dabei nicht als Gegenmodell zum Onlinegeschäft gedacht ist. Vielmehr soll er Markenwelt, Produktberatung, sofortigen Kauf und digitalen Sortimentszugang in einem gemeinsamen Erlebnis verbinden.
Für Westwing ist der Standort damit zugleich ein Markeninstrument. Der Store soll die Positionierung als Premiumanbieter stärken und die langfristige Ambition unterstützen, sich als führende Designmarke in Europa zu etablieren.





