Rund 24 Millionen Rechner in Deutschland laufen weiterhin mit Windows 10 – einem Betriebssystem, dessen Support durch Microsoft am 14. Oktober 2025 endet. Auch wenn bereits Millionen Nutzer umgestiegen sind, bleibt damit mehr als jedes zweite Gerät potenziell verwundbar. Noch gravierender: Über eine Million Rechner nutzen sogar noch ältere Versionen wie Windows 8.1, 7 oder XP. Ohne regelmäßige Sicherheitsupdates drohen Cyberangriffe, Datenverlust und Systemausfälle.
Cyberkriminelle warten auf ihre Chance
„Wer noch mit einem veralteten Betriebssystem arbeitet, spielt russisches Roulette mit seinen Daten“, warnt Alexander Opel, IT-Sicherheitsexperte von ESET. Sobald Microsoft den kostenlosen Support beendet, werden Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen. Hacker könnten diese gezielt ausnutzen, um Schadsoftware zu verbreiten oder Systeme zu erpressen. Opel rät dringend zur Umstellung auf eine unterstützte Version oder zu einem Umstieg auf Alternativen wie Linux.
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Verlängerter Support nur als Übergangslösung
Microsoft bietet einen kostenpflichtigen erweiterten Support an – erstmals auch für Privatnutzer. Diese können wählen, ob sie dafür bezahlen, Microsoft Rewards-Punkte einsetzen oder persönliche Daten preisgeben. Opel betont jedoch, dass diese Lösung lediglich Zeit verschaffe und nicht als Dauerstrategie geeignet sei. Für Unternehmen sei es zudem wirtschaftlich fragwürdig, auf verlängerten Support zu setzen, statt konsequent zu migrieren.
Umgehungstricks bergen neue Risiken
Zahlreiche Drittanbieter versprechen einfache Wege, um Systemanforderungen zu umgehen oder Sicherheitslücken selbst zu schließen. ESET rät von solchen „Notlösungen“ ab. Sie stellen keine nachhaltige Absicherung dar und können zusätzliche Schwachstellen schaffen. Der sicherste Weg bleibt der Umstieg auf aktuelle Software.
Windows verliert Marktanteile
Noch immer verwenden 56 Prozent der deutschen Nutzer Windows 10. Insgesamt läuft Windows auf etwa 70 Prozent aller Geräte. Doch seit Ende 2024 verliert das Microsoft-System kontinuierlich Marktanteile – vor allem an macOS und Linux. Der Druck auf Microsoft steigt, aber auch Nutzer stehen in der Verantwortung, ihre Systeme aktuell zu halten.
Tipps für mehr Sicherheit
ESET empfiehlt, Betriebssysteme stets aktuell zu halten, regelmäßige Updates zu installieren und moderne Sicherheitssoftware zu verwenden. Der Einsatz von Admin-Rechten sollte reduziert und regelmäßige Backups sollten eingerichtet werden. Besonders Unternehmen stehen in der Pflicht, Sicherheitslücken zu schließen, um wirtschaftliche und rechtliche Risiken zu vermeiden.


