Auch im Jahr 2026 bleibt die wirtschaftliche Lage in Deutschland angespannt – das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Zwar erwarten mehr Verbände als im Vorjahr eine höhere Produktion, doch auf dem Arbeitsmarkt überwiegt weiterhin Pessimismus: 22 von 46 befragten Branchenverbänden rechnen mit einem Stellenabbau.
Industrie besonders betroffen
Die deutsche Wirtschaft kämpft weiterhin mit strukturellen Herausforderungen: Protektionismus, Exportschwäche und hohe Standortkosten belasten insbesondere die Industrie. In der Folge gehen unter anderem die Automobil-, Papier- und Textilindustrie von Produktionsrückgängen im neuen Jahr aus. Dagegen gehören Luft- und Raumfahrt, Schiffbau und Teile der Bauwirtschaft zu den wenigen Sektoren, die vom Anstieg staatlicher Ausgaben profitieren und mit einer besseren Geschäftslage rechnen.
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Produktionserwartungen steigen – Investitionen bleiben schwach
Trotz der schwierigen Gesamtlage zeigt sich erstmals seit Jahren ein positiver Erwartungssaldo: 19 Verbände rechnen 2026 mit einer höheren Produktion als im Vorjahr, nur neun erwarten Rückgänge. Bei den Investitionen bleibt die Stimmung jedoch verhalten: Nur elf Verbände gehen von steigenden Investitionen aus, während 14 mit einem Rückgang rechnen. 21 Branchen erwarten stagnierende Ausgaben – meist auf niedrigem Niveau.
Im Dienstleistungssektor zeigt sich eine leichte Erholung. Dennoch mahnt IW-Direktor Michael Hüther zur Vorsicht: „Wer auf ein baldiges und umfassendes Ende der Wirtschaftskrise gehofft hat, wird auch 2026 enttäuscht.“ Die deutsche Wirtschaft stabilisiere sich lediglich auf einem niedrigeren Niveau. Für eine Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum sieht Hüther vor allem die Politik in der Pflicht.


