Xiaomi bringt das neue 18 Fold in China in den Verkauf und setzt damit parallel zu Apples Einstieg in den Markt für faltbare Smartphones ein eigenes Zeichen. Das Gerät war bereits am 7. September vorgestellt worden und positioniert sich wie auch die Modelle von Samsung oder Huawai klar im Premiumsegment.
Technisch setzt Xiaomi auf einen eigenen 3-Nanometer-Chip, ein Leica-Kamerasystem, einen großen Akku und ein kompaktes Faltformat. Gleichzeitig zeigt das Modell, wie wichtig Foldables in einem insgesamt schwachen Smartphone-Markt als Wachstums- und Imagekategorie werden.
Xiaomi positioniert das 18 Fold klar im Premiumsegment
In China startet das Xiaomi 18 Fold bei 10.999 Yuan (rund 1.400 Euro). Je nach Speicher- und RAM-Konfiguration steigt der Preis bis auf 14.999 Yuan, eine limitierte Keramik-Version kostet 15.999 Yuan.
Damit tritt Xiaomi nicht mehr als klassischer Preisbrecher auf, sondern nutzt das Foldable gezielt als technologisches Spitzenmodell. Das Gerät soll weniger über Volumen als über Markenimage, Innovation und höhere Zahlungsbereitschaft wirken.
Apple verfolgt mit dem iPhone Duo ebenfalls eine hochpreisige Strategie. Für Xiaomi bleibt allerdings ein Nachteil: Ein Verkaufsstart außerhalb Chinas ist bislang nicht bestätigt.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Eigener 3-Nanometer-Chip wird zum strategischen Faktor
Im Inneren arbeitet der von Xiaomi entwickelte XRing O3. Der im 3-Nanometer-Verfahren gefertigte Prozessor soll die Abhängigkeit von Zulieferern wie Qualcomm und MediaTek verringern und Hardware sowie Software enger miteinander verzahnen.
Der Chip verfügt über eine Zehnkern-CPU und wird mit einer neuen Grafikeinheit kombiniert. KI-gestützte Verfahren wie Neural Super Sampling sollen insbesondere bei grafikintensiven Anwendungen höhere Leistung bei effizienterem Energieeinsatz ermöglichen.
Damit wird das 18 Fold auch zum Schaufenster für Xiaomis Halbleiterstrategie. Der Konzern plant in den kommenden Jahren hohe Investitionen in Forschung, Entwicklung und künstliche Intelligenz.
Großes Display trifft auf kompaktes Passport-Format
Zusammengeklappt besitzt das 18 Fold ein 5,38 Zoll großes Außendisplay, geöffnet wächst die Diagonale auf 7,58 Zoll. Xiaomi setzt dabei auf ein vergleichsweise kompaktes Seitenverhältnis, das stärker an ein kleines Buch oder einen Reisepass erinnert.
Das Innendisplay unterstützt bis zu 120 Hertz und soll eine Spitzenhelligkeit von bis zu 4.000 Nits erreichen. Das Gerät wiegt 219 Gramm und misst geöffnet 5,02 Millimeter, geschlossen 10,68 Millimeter.
Beim Scharnier kommt eine weiterentwickelte „Dragon Bone“-Konstruktion zum Einsatz. Ergänzt wird sie durch einen Aluminiumrahmen, verstärktes Außenglas und ein zweilagiges Ultra-Thin-Glass-System für das faltbare Display.
Kamera und Akku sollen klassische Foldable-Schwächen beseitigen
Beim Kamerasystem arbeitet Xiaomi erneut mit Leica zusammen. Die Hauptkamera löst mit 200 Megapixeln auf, hinzu kommen eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und ein 50-Megapixel-Periskop-Teleobjektiv mit 3,5-fachem optischen Zoom.
Auch beim Akku versucht Xiaomi, typische Kompromisse faltbarer Smartphones zu vermeiden. Die Kapazität liegt bei 6.000 Milliamperestunden, geladen wird mit bis zu 67 Watt per Kabel und 50 Watt kabellos.
Damit richtet sich das Gerät gegen einen der häufigsten Kritikpunkte der Foldable-Kategorie: Kameraqualität und Laufzeit sollen nicht deutlich hinter klassischen Premium-Smartphones zurückfallen.
Foldables bleiben Wachstumsfeld im schwachen Smartphone-Markt
Strategisch kommt das Gerät zu einem wichtigen Zeitpunkt. Während der globale Smartphone-Markt unter Druck steht, wächst das Segment faltbarer Geräte weiter.
Für Xiaomi ist das besonders relevant, weil der Konzern seine Position im Premiumsegment ausbauen und die Abhängigkeit vom klassischen Smartphone-Volumengeschäft reduzieren will. Gleichzeitig investiert das Unternehmen verstärkt in Elektrofahrzeuge, KI, vernetzte Geräte und eigene Halbleiter.
Das 18 Fold passt damit in eine breitere Transformation. Der wirtschaftliche Erfolg muss nicht allein über hohe Stückzahlen kommen – entscheidend ist auch, Xiaomi stärker als technologischen Premiumanbieter zu positionieren.
Für den europäischen Handel bleibt das Modell vorerst jedoch ein Signalprodukt. Sollte Apple mit dem iPhone Duo die Nachfrage nach Foldables deutlich erhöhen, dürfte der Druck auf Xiaomi steigen, seine stärksten faltbaren Geräte künftig auch international anzubieten.





