Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Xiaomis Aktien gerieten unter Druck, nachdem Mitgründer und Vizepräsident Lin Bin angekündigt hatte, bis zu 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro) seiner Unternehmensanteile zu veräußern. Der schrittweise Verkauf soll ab Dezember 2026 erfolgen und ist auf maximal 500 Millionen US-Dollar (rund 460 Millionen Euro) pro Jahr begrenzt.
Der Smartphone-Hersteller teilte am Sonntagabend in einer freiwilligen Börsenmitteilung mit, dass Lin vorhabe, Class-B-Aktien zu verkaufen, wobei der Gesamterlös 2 Milliarden US-Dollar nicht überschreiten solle. Das Kapital solle vor allem dem Aufbau eines Investmentfonds dienen. Trotz des Verkaufsplans betonte Xiaomi, dass Lin dem Unternehmen langfristig verbunden bleibe und weiterhin seine Funktionen ausüben werde.
Lin Bins Rolle und bisherige Verkäufe
Lin Bin, Jahrgang 1968, gründete Xiaomi im Jahr 2010 gemeinsam mit Lei Jun und war bis 2019 Präsident, bevor er zum Vizevorsitzenden aufstieg. Vor seiner Zeit bei Xiaomi war Lin in leitenden technischen Positionen bei Google, Microsoft und ADP tätig. Als Vorsitzender der Xiaomi Foundation ist er auch philanthropisch engagiert.
Wie die South China Morning Post berichtet, hatte Lin bereits in der Vergangenheit Aktien des Unternehmens verkauft: 2019 nahm er rund 370 Millionen Hongkong-Dollar (ca. 45 Millionen Euro) ein, 2020 etwa 8 Milliarden Hongkong-Dollar (1 Milliarde Euro) und 2024 rund 180 Millionen Hongkong-Dollar (21 Millionen Euro). Laut Halbjahresbericht 2025 hält Lin derzeit rund 2,2 Milliarden Xiaomi-Aktien, was 8,3 Prozent des Unternehmenskapitals entspricht. Damit ist er nach CEO Lei Jun zweitgrößter Anteilseigner.


