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Zoll zieht Bilanz: Rekordzahlen bei E-Commerce, Drogenschmuggel und Schwarzarbeit

ZOLL Abzeichen auf einem Kurzarmhemd
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Mit Millionen E-Commerce-Sendungen, Drogenfunden und Ermittlungen gegen Schwarzarbeit stand der Zoll 2025 vor wachsenden Herausforderungen. Gleichzeitig nahm die Behörde rund 157 Milliarden Euro für den Staat ein.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der deutsche Zoll hat im Jahr 2025 deutlich mehr Waren abgefertigt und zugleich seine Rolle als Sicherheits- und Ermittlungsbehörde weiter ausgebaut. Wie die Generalzolldirektion im Rahmen der Jahresbilanz mitteilte, bearbeiteten die rund 49.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr knapp 790 Millionen Warenpositionen mit einem Gesamtwert von rund 1,4 Billionen Euro.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt der internationale Onlinehandel. Vor allem bei Post- und Kuriersendungen aus Drittstaaten stieg die Zahl der abgefertigten Warenpositionen im Vergleich zum Vorjahr um rund 192 Millionen. Der Zoll reagiert darauf nach eigenen Angaben mit digitalen Abfertigungssystemen und flexiblen Personalkonzepten.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stellte die Jahresbilanz gemeinsam mit dem Präsidenten der Generalzolldirektion, Dr. Armin Rolfink, am Flughafen Leipzig/Halle vor, einem der wichtigsten europäischen Luftfrachtstandorte.

Milliardenmarkt E-Commerce fordert Zollbehörden

Der stark wachsende grenzüberschreitende Onlinehandel zählt inzwischen zu den größten Herausforderungen für die Zollverwaltung. Die Behörden setzen verstärkt auf digitalisierte Prozesse, um große Sendungsmengen schneller und gleichzeitig risikoorientiert kontrollieren zu können.

Neben der Warenabfertigung bleibt der Verbraucherschutz ein zentraler Schwerpunkt. 2025 stellte der Zoll bundesweit rund 4,6 Millionen Produktfälschungen mit einem geschätzten Wert von knapp 450 Millionen Euro sicher. Hinzu kamen 256 Millionen geschmuggelte Zigaretten sowie tausende illegale Waffen und Munition.

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Große Drogenfunde und verstärkte Ermittlungen

Im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität leitete der Zoll im vergangenen Jahr rund 12.600 Ermittlungsverfahren wegen Betäubungsmitteldelikten ein. Besonders der Seeweg bleibt laut Behörden die wichtigste Schmuggelroute für Kokain.

Insgesamt beschlagnahmte der Zoll rund 69 Tonnen Betäubungsmittel, darunter mehr als 54 Tonnen Marihuana und rund 6,5 Tonnen Kokain. Zudem wurden über 56.600 geschützte Tiere, Pflanzen oder daraus hergestellte Waren sichergestellt.

Nach Angaben der Generalzolldirektion spielt die enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Sicherheitsbehörden eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung organisierter Kriminalität.

Schwarzarbeit verursacht Schäden in Millionenhöhe

Auch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) weitete ihre Aktivitäten aus. Bundesweit leitete der Zoll mehr als 98.000 Strafverfahren sowie rund 52.000 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Kontrolliert wurden etwa 25.800 Arbeitgeber unterschiedlicher Branchen.

Die ermittelten Fälle führten zu Freiheitsstrafen von insgesamt knapp 1.200 Jahren. Der durch Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung entstandene Schaden belief sich laut Zoll auf rund 675 Millionen Euro.

Zoll bleibt wichtiger Einnahmefaktor für den Staat

Neben Sicherheitsaufgaben bleibt der Zoll eine der wichtigsten Einnahmeverwaltungen des Bundes. Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 157 Milliarden Euro eingenommen.

Den größten Anteil machten die Einfuhrumsatzsteuer mit rund 74 Milliarden Euro sowie Verbrauchsteuern mit etwa 65 Milliarden Euro aus. Hinzu kamen unter anderem Zölle für die Europäische Union, Kraftfahrzeugsteuer und Luftverkehrsteuer.

Die Bundesregierung kündigte an, den Zoll weiter auszubauen. Für 2026 sind nach Angaben von Finanzminister Klingbeil zusätzlich 1.500 Stellen sowie neue technische und rechtliche Befugnisse vorgesehen.

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