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Uber-Konkurrent Lyft sorgt für Aktien-Achterbahnfahrt nach Kommafehler

Schild mit Lyft-Logo an einem Flughafen in den USA
Foto: Mario Tama / Getty Images

Lyft, der bekannte US-Fahrdienst-Vermittler und Rivale von Uber, hat für großes Aufsehen und eine Kurs-Achterbahnfahrt auf dem Aktienmarkt gesorgt. Im Fokus der Investoren stand ein Fehler in der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse: Die Aktie des Fahrdienstvermittlers schoss zuerst um über 60% in die Höhe, bevor eine Korrektur der Margenaussichten für 2024 vorgenommen wurde und der Kurs einen Erdrutsch verzeichnete.

Wie mehrere US-Medien berichten, wurden die anfängliche Euphorie durch einen Tippfehler verursacht: Lyft hatte eine spektakuläre Verbesserung der bereinigten Gewinnmarge um 500 Basispunkte, also 5 Prozentpunkte, in Aussicht gestellt. Diese Zahl stellte sich jedoch als fehlerhaft heraus. In Telefonkonferenz mit Analysten korrigierte Finanzchefin Erin Brewer die Prognose: Tatsächlich erwartete Lyft eine Margenverbesserung von lediglich 50 Basispunkten, was einer Steigerung um 0,5 Prozentpunkte entspricht.

Diese Panne tritt zu einer Zeit auf, in der Lyft ohnehin mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, insbesondere im Vergleich zu seinem größeren Rivalen Uber. Trotz massiver Investitionen in die Fahrerakquise und einer Steigerung der Buchungen um 17% im Vergleich zum Vorjahr, bleibt die Nutzerbasis weiter hinter der von Uber zurück.

Die Korrektur der Margenprognose hat zwar kurzfristig zu einer Verunsicherung unter den Investoren geführt, zeigt aber dennoch, dass Lyft auf dem Weg ist, im Jahr 2024 erstmals einen positiven Free Cash Flow zu erzielen. Das Unternehmen übertraf – trotz des Kommafehlers – nicht nur die Erwartungen hinsichtlich des bereinigten EBITDA (222 Millionen gegenüber -416 US-Dollar im Vorjahr), sondern auch in weiten Teilen der anderen finanziellen Kennzahlen. CEO David Risher betonte die „Kundenorientierung als Schlüssel für profitables Wachstum“ und prognostiziert für das laufende Quartal ebenfalls ein positives EBITDA zwischen 50 und 55 Millionen Dollar. Dementsprechend war die Aktie nach der kommabedingten Kurs-Rallye nachbörslich trotzdem im Plus.

Lyft ist, wie Uber, in den USA ein fester Bestandteil des Straßenbildes: Alleine im vierten Quartal 2023 zählte Lyft 22,4 Millionen aktive Fahrer, was über ein Viertel der deutschen Bevölkerung entspricht. Mit Features wie beispielsweise „Pünktlichkeitsversprechen zum Flughafen“, bei denen der Fahrer entweder innerhalb von 10 Minuten zum geplanten Abholzeitpunkt vor Ort ist oder Kunden bis zu 100 US-Dollar in Lyft-Guthaben Entschädigung erhalten, verdeutlichen, wie der US-amerikanische Markt vor allem gegenüber dem Markt in Deutschland voraus ist.

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