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Die zunehmende Gefahr von Fake-Shops im E-Commerce

Apple Notebook mit Symbolik zu Betrug im Internet
Foto: Vicky Gharat / Pixabay

Angesichts des Weltverbrauchertags am 15. März liegt ein Fokus auf der Schattenseite des wachsenden Online-Handels: Die steigende Anzahl an Fake-Shops, die Betrüger nutzen, um Konsumenten zu täuschen. Allein im Jahr 2023 verzeichneten die Verbraucherzentralen in Deutschland nahezu sechsmal so viele Beschwerden zu Fake-Shops wie 2020, wie der Rechtsdienstleister Trusted Shops meldet.

Ein erstes simples aber meist deutliches Warnsignal können zu günstige Preise sein. Schnäppchen, die zu gut wirken, um wahr zu sein, sollten eine gründliche Überprüfung nach sich ziehen. Ebenso alarmierend ist es, wenn kaum oder gar keine Informationen über den Shop im Netz zu finden sind. Viele Fake-Shops sind darauf ausgelegt, schnell wieder offline zu gehen, bevor negative Bewertungen sie einholen können. Ein weiteres Indiz für betrügerische Absichten sind fehlende Informationen wie AGB, Impressum oder Datenschutzerklärung. Zudem sollten Verbraucher auf gefälschte Bewertungen und Siegel achten. Ein echtes Gütesiegel ist immer mit einer gültigen Zertifikatsseite verknüpft. Schließlich ist Vorsicht geboten, wenn als einzige Zahlungsmethode Vorkasse verlangt wird, da dies Betrügern den Zugriff auf das Geld der Kunden erleichtert, ohne dass eine Rückholung der Zahlung möglich ist.

Auch beliebte Zahlungsmethoden wie „buy now, pay later“ (BNPL) sind laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen mit Risiken verbunden. Die vermeintlich kundenfreundliche Option verbirgt oft unerwartete Risiken, da sie letztendlich einen Kredit darstellt, der spezielle Geschäftsbedingungen mit sich bringt und schnell zu einer Überschuldung führen kann. Es wird Verbrauchern eindringlich zu einer gründlichen Überprüfung der Konditionen vor der Inanspruchnahme von BNPL geraten.

Die Verbraucherzentrale nimmt diese Entwicklung zum Anlass, um mit der Kampagne „Pass auf deine Mäuse auf“ ein Signal gegen die Gefahren des Online-Shoppings zu setzen. Ein zentrales Instrument im Kampf gegen die Fake-Shops ist der Fake Shop-Finder, ein Tool, das dabei hilft, unseriöse Anbieter zu identifizieren und Verbraucherinnen sowie Verbrauchern eine zuverlässige Orientierungshilfe bietet. Kathrin Bartsch, Rechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, betont die Wichtigkeit einer kritischen Haltung beim Online-Einkauf und ermutigt dazu, Angebote genau zu prüfen.

Eine 2023 Studie von CRIF zeigt, dass 94% der Online-Shops in Deutschland bereits mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert wurden. Besonders hervorstechend sind dabei zwei Formen des Betrugs: Eingehungsbetrug, der bei 62% der Händler vorkam, beschreibt Bestellungen, bei denen der Käufer von Beginn an nicht plant, die Rechnung zu begleichen, und der Missbrauch gestohlener Zahlungsdaten, der 46% der Betrugsfälle ausmacht. Die finanziellen Auswirkungen sind signifikant, mit über 20% der Shops, die Schäden von über 100.000 Euro jährlich verzeichnen​​.

Händler in der Europäischen Union verlieren durchschnittlich etwa 3% ihres Zahlungsumsatzes an Betrug, was einem Anstieg von einem halben Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mittelständische Unternehmen scheinen dabei besonders anfällig zu sein, da sie einerseits attraktive Ziele für Betrüger darstellen, andererseits jedoch oft weniger Mittel für Präventionsmaßnahmen zur Verfügung haben​​.

Zum Weltverbrauchertag 2024 am 15. März bieten die Verbraucherzentralen Vorträge zu den Themen „Fakeshops“ und „Buy now, pay later“ an.

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