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BEITRAG

ifo Konjunkturumfrage bestätigt schlechtes Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel

Geldbörse mit mehreren Euro-Scheinen und Münzen als Symbol für Inflation und weniger Geld
Foto: Frauke Riether / Pixabay

Die Lage im Einzelhandel hat sich gegen Ende des Jahres 2023 merklich verschärft. Nach einer aktuellen Erhebung des ifo-Instituts ist der Geschäftsklimaindikator von -8,8 Punkten im November auf -12,1 Punkte im Dezember gefallen. Diese Entwicklung reflektiert eine unter den Erwartungen gebliebene Performance während des wichtigen Weihnachtsgeschäfts.

Patrick Höppner vom ifo-Instituts weist darauf hin, dass das Geschäft in den ersten Adventswochen für viele Einzelhändler nicht den erhofften Aufschwung brachte. Besonders die Branchen Spielwaren, Unterhaltungselektronik, Elektrotechnik und elektronische Haushaltsgeräte, die traditionell einen erheblichen Teil ihres Jahresumsatzes im Weihnachtsgeschäft generieren, verzeichneten eine pessimistische Einschätzung ihrer Geschäftslage.

Im Gegensatz dazu konnten Baumärkte und Möbelhäuser eine leichte Verbesserung ihrer Situation verzeichnen, obwohl das Gesamtbild weiterhin getrübt bleibt. Eine konstant positive Entwicklung zeigten hingegen Drogeriemärkte.

Die Zurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher könnte den Einzelhandel zu Beginn des Jahres 2024 vor weitere Herausforderungen stellen. Höppner äußert jedoch die Erwartung, dass die sinkende Inflation und steigende Löhne und Gehälter im Laufe des Jahres die Kaufkraft stärken und somit die Nachfrage im Einzelhandel beleben könnten.

Ein weiterer Faktor, der die Preislandschaft im Einzelhandel beeinflussen könnte, ist die geplante Anhebung der Preise durch viele Unternehmen. Laut einer Erhebung des Ifo-Instituts stiegen die Preiserwartungen im Dezember auf 19,7 Punkte, was darauf hindeutet, dass der Rückgang der Inflationsraten ins Stocken geraten könnte. Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef beim Ifo-Institut, betont, dass insbesondere Einzelhändler und der Gastronomiebereich mit Preiserhöhungen planen. Dies wird durch das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung weiter verstärkt.

Obwohl die Inflationsrate im November auf 3,2 Prozent zurückgegangen ist und die Prognosen der Bundesbank für 2024 optimistischer sind, könnte sich die Inflation im Dezember wieder verschlechtern. Ökonomen erwarten, dass die Verbraucherpreise möglicherweise doppelt so hoch liegen könnten wie das von der Europäischen Zentralbank angestrebte Ziel von rund zwei Prozent.

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