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BEITRAG

Lieferengpässe und höhere Logistikkosten durch Huthi-Angriffe

Voll beladenes Container-Schiff auf dem Meer
Foto: Peter Lindenau / Pixabay

Die jüngsten Angriffe im Roten Meer haben weitreichende Auswirkungen auf die globalen Lieferketten, die auch den Einzelhandel und E-Commerce in Deutschland beeinflussen. Seit Dezember 2023 haben diese Angriffe eine kritische Handelsroute stark gestört, was zu einem drastischen Anstieg der Frachtkosten sowie zu starken Lieferverzögerungen führte und weiter führt.

Die Ursache für die gegenwärtigen Störungen in der Schifffahrt sind die Angriffe der Huthi-Miliz mit Raketen und Drohnen auf Handelsschiffe in der Meerenge Bab al-Mandeb, welche das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Diese Angriffe zielen nach deren Aussagen darauf ab, Israel im Konflikt mit der Hamas im Gazastreifen zu schwächen.

Die Frachtraten von Asien nach Nordeuropa haben sich seit den ersten Angriffen nun mehr als verdoppelt und liegen über 4.000 US-Dollar pro 40-Fuß-Container. Auch die Preise für Transporte in die Mittelmeerregionen sind auf 5.175 US-Dollar angestiegen. Diese steigenden Kosten wirken sich unmittelbar auf den Einzelhandel aus, insbesondere auf Geschäfte, die Waren aus Asien importieren. Beispielsweise mussten Käufer, die im Oktober einen Container von China nach Europa buchten, 562 Euro zahlen. Gegen Ende Dezember stiegen die Kosten für denselben Container auf 2.694 Euro an, rechnet das Handelsblatt vor.

Zusätzlich prognostizieren Logistikexperten in naher Zukunft einen Mangel an verfügbaren Produkten. Sie weisen darauf hin, dass die unerwartet verlängerten Lieferzeiten, bedingt durch die aktuellen Ereignisse, in den ursprünglichen Bestandsplanungen der Einzelhändler nicht vorgesehen waren. Nach dem hohen Bedarf während der Feiertage besteht nun das Risiko, dass die Lagerbestände zur Neige gehen. Diese Situation dürfte sich voraussichtlich ab Februar deutlich bemerkbar machen.

Die Umleitung der Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung verlängert die Lieferzeiten erheblich, was auch insbesondere für Dropshipping-Geschäftsmodelle problematisch ist. Diese Geschäfte sind stark von zeitnahen Lieferungen abhängig, und längere Transitzeiten können zu Kundenunzufriedenheit und Umsatzverlusten führen.

Die aktuelle Situation stellt auch für größere Einzelhändler eine Herausforderung dar. Unternehmen wie IKEA, Walmart und Amazon, die regelmäßig große Mengen an Waren durch den Suezkanal transportieren, müssen mit Lieferverzögerungen und höheren Kosten rechnen. Dies könnte sich in Form von Preiserhöhungen für Endverbraucher niederschlagen.

Obwohl die aktuellen Frachtraten immer noch unter den Höchstständen der Pandemie liegen, könnte die anhaltende Unsicherheit in der Region weitere Preisanstiege verursachen. Die jüngsten Ereignisse betonen daher die Bedeutung robuster und flexibler Lieferketten in Zeiten geopolitischer Unruhen. Einzelhändler und E-Commerce-Unternehmen müssen möglicherweise alternative Lieferwege und -methoden in Betracht ziehen, um die Auswirkungen solcher Störungen auf ihr Geschäft zu minimieren.

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