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McKinsey-Studie: KI wird bis 2030 drei Millionen Jobwechsel in Deutschland verursachen

Symbolik zu künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz
Tung Nguyen / Pixabay

Die Verbreitung von künstlicher Intelligenz (KI), insbesondere generativer KI, wird den Arbeitsmarkt in Europa und den USA in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Eine neue Studie des McKinsey Global Institute (MGI) prognostiziert, dass bis zum Jahr 2030 etwa 30% der gegenwärtigen Arbeitsstunden durch technologische Fortschritte automatisiert werden könnten. Dies könnte zu einem jährlichen Produktivitätsanstieg von bis zu drei Prozent führen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass bis zu 27% der Tätigkeiten in allen Berufsfeldern automatisiert werden. In Deutschland könnten in diesem Szenario bis zu drei Millionen Beschäftigte einen Berufswechsel vollziehen müssen, was etwa sieben Prozent der gesamten Erwerbstätigen entspricht.

Besonders stark betroffen wären administrative Büroarbeiten, auf die etwa 54% der prognostizierten Jobwechsel in Deutschland entfallen. Auch der Bereich Kundenservice und Vertrieb (17%) sowie die Produktion (16%) werden erhebliche Veränderungen erleben. Diese Entwicklungen betreffen nicht nur Deutschland, sondern auch andere europäische Länder wie Italien, wo Bürohilfstätigkeiten einen großen Teil der Gesamtbeschäftigung ausmachen.

Der Bericht „A new future of work: The race to deploy AI and raise skills in Europe and beyond“ des MGI untersucht die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends bis 2030 in den USA und zehn europäischen Ländern, darunter Deutschland. Über 1.100 Führungskräfte aus Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA wurden für die Studie befragt, um die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt zu bewerten.

Sandra Durth, Partnerin bei McKinsey und Mitautorin der Studie, unterstreicht die Notwendigkeit von Investitionen in die Weiterbildung der Arbeitskräfte: „Um diese Transformation verantwortungsvoll zu gestalten und das Produktivitätspotenzial von KI auszuschöpfen, müssen Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik nicht nur den Einsatz von KI beschleunigen, sondern auch verstärkt in die Umschulung der Beschäftigten investieren. Ohne umfassende Weiterbildungsmaßnahmen kann KI ihr volles Potenzial nicht entfalten.“

Ein schneller Einsatz von KI-Technologien ist notwendig, um ein jährliches Produktivitätswachstum von bis zu drei Prozent zu erreichen. Verzögerungen könnten dieses Wachstum jedoch auf nur 0,2% begrenzen. Ohne eine zügige Umschulung der Arbeitskräfte würden Millionen von Menschen die Chance verpassen, produktiv an der Zukunft der Arbeit teilzuhaben.

Die Nachfrage nach technologischen und sozial-emotionalen Fähigkeiten wird steigen. Arbeitnehmer in Niedriglohnsektoren müssen neue Kompetenzen erwerben, um den Bedarf in besser bezahlten Berufsfeldern zu decken. Besonders im MINT-Bereich und im Gesundheitswesen wird die Nachfrage nach Fachkräften zwischen 2022 und 2030 laut MGI-Analyse um bis zu 25% steigen, während Arbeitsplätze in Produktion, Kundenservice und Vertrieb durch Automatisierung zurückgehen werden.

Führungskräfte erwarten zudem, dass die Nachfrage nach technologischen Fähigkeiten in Europa bis 2030 um bis zu 25% steigen wird. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach sozialen und emotionalen Kompetenzen, wie Empathie und Kommunikationsfähigkeit, in Europa um 11% und in den USA um 14% zunehmen. Insbesondere Positionen, die Führungsqualitäten erfordern, werden stärker nachgefragt.

Eine zunehmende Polarisierung des Arbeitsmarktes droht, mit einem Überangebot an niedrig bezahlten Jobs und einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften für hoch bezahlte Positionen. In Europa werden Arbeitnehmer in den unteren Lohngruppen drei- bis fünfmal häufiger den Beruf wechseln müssen als Spitzenverdiener, in den USA sogar zehn- bis 14-mal häufiger.

Bei der Einführung von KI-Technologien sind US-Unternehmen führend: 88% der US-Firmen haben bereits mindestens eine KI-Technologie implementiert, 66% auch eine generative KI. In Europa sind es 84% bzw. 54%, wobei Deutschland mit 85% (und 59%) leicht über dem europäischen Durchschnitt liegt.

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