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Studie zeigt erstmals detailliert die Umweltauswirkungen eines Online-Einkaufs

Ein CO2-Verbotsschild zwischen Abgasen und Autos
Foto: Gerd Altmann from Pixabay

Die digitale Wirtschaft, insbesondere der Online-Handel, steht immer wieder im Zentrum von ökologischen Diskussionen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, in Auftrag gegeben vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) und unterstützt von namhaften Unternehmen (u.a. Amazon Deutschland), liefert aufschlussreiche Erkenntnisse über die ökologischen Auswirkungen des E-Commerce in Deutschland. Die „Studie zur ökologischen Nachhaltigkeit des Onlinehandels in Deutschland“ (OeNO) bietet einen umfassenden Einblick in die gesamten klimatischen Umweltauswirkungen eines Online-Einkaufs – von der Bestellung über die digitale Verarbeitung, Verpackung, Logistik bis hin zur Zustellung und möglichen Retouren.

Die Studie analysiert verschiedene Bestellszenarien und integriert moderne E-Commerce-Modelle wie Re-Commerce, Instant Delivery und Retail-as-a-Service. Prof. Dr. Matthias Gotsch vom Fraunhofer ISI betont die Bedeutung der Studie für die Identifikation konkreter Maßnahmen, die den Onlinehandel nachhaltiger gestalten können.

Differenzierung von CO2-Emissionen: Standard-Lieferungen bis hin zu Worst-Case-Szenarien

Ein zentraler Aspekt der Studie ist die Quantifizierung der CO2-Emissionen. Eine typische Paketlieferung verursachte 2021 im Durchschnitt 1.421 g CO2-Äquivalente. Interessanterweise variiert dieser Wert stark je nach Bestell- und Lieferprozess. Im besten Fall, bei optimaler Prozessgestaltung einschließlich des Einsatzes von Elektrofahrzeugen und recycelten Mehrwegversandverpackungen, könnten Emissionen auf 469 g CO2-Äquivalente reduziert werden. Im schlimmsten Fall, gekennzeichnet durch ineffiziente Prozesse und Materialverwendung, könnten die Emissionen auf 4.426 g CO2-Äquivalente ansteigen.

Potenziale zur Emissionsreduktion in der Logistik

Die Studie hebt hervor, dass durch den Einsatz elektrischer Lieferfahrzeuge und optimierter Logistikprozesse erhebliche Emissionsreduktionen möglich sind. So könnten bis zu 24 Prozent der Emissionen auf der letzten Meile eingespart werden. Die Bündelung von Lieferungen und der Einsatz von Mehrwegversandtaschen könnten ebenfalls signifikant zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks beitragen.

Gesamtgesellschaftliche Verantwortung für nachhaltigen Handel

Ein wichtiger Aspekt der Studie ist die Betonung der geteilten Verantwortung zwischen Handel, Verbrauchern und Politik. Während der Handel nur einen einstelligen Prozentanteil der Gesamtemissionen eines Produkts ausmacht, liegt ein Großteil der Verantwortung bei der Produktion und den Verbrauchern. Die Studie schlägt Personalisierung, Green Nudging und den Einsatz von Eco-Labels als mögliche Maßnahmen vor, um nachhaltigere Kaufentscheidungen zu fördern.

Christoph Wenk-Fischer vom bevh betont die Notwendigkeit politischer Unterstützung, um die Nachhaltigkeitsbemühungen im Handel weiter voranzutreiben. Dazu gehören Anreizsysteme, der Abbau bürokratischer Hürden und zielführende Regelungen.

Insgesamt bietet die OeNO-Studie einen tiefgreifenden Einblick in die ökologischen Herausforderungen und Potenziale des Onlinehandels. Sie unterstreicht die Bedeutung einer integrierten Herangehensweise, die sowohl technologische Innovationen als auch verbraucherorientierte Strategien und politische Rahmenbedingungen berücksichtigt, um einen nachhaltigeren E-Commerce zu realisieren.

Die gesamte, sehr ausführliche aber ebenso lesenswerte Studie mit vielen Details gibt es als PDF direkt vom bevh.

Quelle: Presseportal

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