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Wegen Temu und Shein – USA erwägen Ende der Einfuhrsteuerbefreiung

Abbildung des Temu-Logos auf einem Smartphone
Foto: Rarrarorro / Adobe Stock

Im Jahr 2022 trat Temu, Tochtergesellschaft des chinesischen E-Commerce-Riesen Pinduoduo, in den US-Markt ein und sorgte seitdem für Aufsehen. Mit einem Angebot, das fast jeden denkbaren Artikel zu einem Bruchteil der Kosten von ähnlichen Produkten auf Amazon und anderen E-Commerce-Plattformen beinhaltet, hat Temu eine starke Präsenz in den USA etabliert​​. Temus monatliches Bruttowarenvolumen (GMV) stieg von 3 Millionen Dollar im September 2022 auf 1 Milliarde Dollar im Juni 2023. Im Mai 2023 hatte Temu über 70 Millionen aktive Nutzer in den USA und über 100 Millionen Downloads, wobei der Großteil dieser Downloads aus den USA stammte.

Temu und sein chinesischer Konkurrent Shein stehen jedoch unter zunehmender Beobachtung durch das US-Repräsentantenhaus, wie Forbes berichtet. Das Haus wirft beiden Unternehmen vor, die sogenannte „de minimis“-Bestimmung des Tariff Act von 1930 auszunutzen, die Importzölle erlässt, wenn der Einzelhandelswert der Sendung 800 Dollar nicht übersteigt. Ursprünglich für Touristen gedacht und seitdem nicht substantiell gesetzlich verändert, fallen nun fast alle Sendungen von Temu und Shein deutlich unter diese Grenze. Die beiden chinesischen Unternehmen sollen insgesamt für mehr als 30% aller täglich in die USA verschickten Pakete unter dieser Bestimmung verantwortlich sein​​​​.

Allerdings könnte diese Regelung bald Geschichte sein. Ein überparteilicher Konsens im US-Kongress, der sonst selten Einigkeit zeigt, unterstützt die Überarbeitung dieser Steuerbefreiung. Die Details sind jedoch noch unklar, da verschiedene Lösungsansätze diskutiert werden. Eine Gesetzesänderung könnte dazu führen, dass Waren von chinesischen Händlern wie Temu und Shein, welche die Regelung ausnutzen, um Millionen, wenn nicht Milliarden an Steuern zu vermeiden, zukünftig besteuert werden. Dies könnte den Wettbewerbsvorteil dieser Unternehmen gegenüber inländischen Geschäften mindern.

Währenddessen zeigen sich Anzeichen dafür, dass amerikanische Verbraucher trotz hoher Inflation und steigender Kreditkosten weiterhin kräftig einkaufen. Sie wenden sich jedoch zunehmend preisgünstigeren Alternativen zu, was das Geschäft von Dollar-Läden und anderen Einzelhändlern beeinträchtigt. Die Änderung der „de minimis“-Regelung würde voraussichtlich die Einfuhr von Waren durch chinesische Einzelhändler strenger regulieren und könnte die Wettbewerbslandschaft im US-Einzelhandel erheblich verändern. Derweil wächst der Druck von Einzelhändlern und Gesetzgebern, die Handelsregel zu ändern. Einige US-Einzelhändler haben bereits begonnen, nach Möglichkeiten zu suchen, ebenfalls von der Regelung zu profitieren, indem sie beispielsweise Lager in Kanada oder Mexiko eröffnen, um die „de minimis“-Regel auszunutzen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Einhaltung des Uyghur Forced Labor Prevention Act (UFLPA). Temu hat laut einem Bericht des Repräsentantenhauses kein System zur Sicherstellung der Einhaltung des UFLPA und garantiert somit regelmäßig Sendungen in die USA, die Produkte enthalten, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden. Diese Praktiken stellen eine erhebliche Bedrohung dar, da sie nicht nur die Menschenrechte untergraben, sondern auch Temu und Shein einen unfairen Vorteil gegenüber Wettbewerbern verschaffen, die Millionen von Dollar an Importzöllen zahlen​​ – so der Vorwurf.

In einem Retail-News vorliegenden Statement stellt Temu ausführlich entgegen und versichert, dass „die aktuellen Standards und Praktiken sich nicht von denen der großen E-Commerce-Plattformen wie Amazon, eBay und Etsy unterscheiden“. Temus-Verhaltenskodex für Dritte schreibt vor, dass jeder, der mit Temu Geschäfte macht, alle gesetzlichen Standards und Compliance-Anforderungen strikt einhalten muss. Der Einsatz von Zwangs-, Straf- oder Kinderarbeit sei strengstens verboten und die Beschäftigung aller Händler und Lieferanten muss streng freiwillig sein. Temus Händler, Lieferanten und andere Dritte müssen ihre Mitarbeiter und Auftragnehmer pünktlich bezahlen und alle geltenden lokalen Lohn- und Arbeitszeitgesetze einhalten und behält sich vor, jede Geschäftsbeziehung zu beenden, wenn eine dritte Partei gegen diesen Verhaltenskodex oder das Gesetz verstößt.

Die Untersuchung könnten dennoch zu legislativen Maßnahmen führen, die das Ende der weit verbreiteten Zollbefreiung für E-Commerce-Verkäufer, die Waren von China in die USA versenden, bedeuten könnten. Dies würde Temus Betriebsmodell zumindest preislich erheblich beeinflussen.

(aktualisiert am 16.01., 22:17 Uhr)

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