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Das Ende einer Ära: Freenet schließt Apple-Reseller Gravis

Gravis Filiale in Berlin
Foto: Gravis

Der Technik-Händler Gravis, der sich als Deutschlands größter auf Apple spezialisierte Reseller mit zertifiziertem Reparaturservice positionierte, hat angekündigt, seine Filialen in Deutschland zu schließen. Dies wurde durch die Muttergesellschaft, den Telekommunikationsriese Freenet, bekanntgegeben, wie Computerbase berichtet. Die Entwicklung markiert das Ende einer fast vier Jahrzehnte währenden Präsenz in vielen deutschen Innenstädten und stellt einen schweren Schlag für Apple-Fans dar, die die Gravis-Stores als alternative Einkaufsmöglichkeit zum direkten Kauf in Apple Stores schätzten.

Seit 2022 hat Gravis finanzielle Verluste verzeichnet, die auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden können. Dazu gehören die Auswirkungen der Corona-Pandemie und ein zunehmender Trend zum Online-Handel. Eine wesentliche Rolle spielte jedoch auch das als restriktiv empfundene Konditionsmodell von Apple, das es Gravis nach eigener Aussage unmöglich machte, das Geschäft zukunftsfähig und profitabel zu gestalten. Trotz umfassender Bemühungen, die Pleite durch eine Zusammenlegung von Geschäften und ein neues Filialkonzept abzuwenden, blieben die Erfolge aus.

Die Schließung der Gravis-Filialen ist nicht nur für die rund 600 Mitarbeiter des Unternehmens eine schlechte Nachricht, sondern auch für die Verbraucher, die in den Filialen eine wichtige Anlaufstelle für den Kauf und die Reparatur von Apple-Produkten sahen. Freenet, der Mutterkonzern von Gravis, hat die Schließung aller verbliebenen Niederlassungen bestätigt und als einen der Hauptgründe die unzureichende Wirtschaftlichkeit von Monobrandshops in Verbindung mit der Abhängigkeit von einer einzigen Marke, insbesondere Apple, genannt.

Die Entscheidung zur Schließung wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen unabhängige Einzelhändler im Zeitalter der Digitalisierung und der dominierenden Vertriebsstrategien großer Technologieunternehmen konfrontiert sind. Es besteht jedoch noch Hoffnung, dass einige der Gravis-Stores von externen Interessenten übernommen werden könnten, um zumindest einen Teil der Infrastruktur und Arbeitsplätze zu erhalten. Unklar ist außerdem, ob und wann der Online-Shop schliessen wird.

Obwohl Freenet bisher keine Details zu einem möglichen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter oder zur genauen Anzahl der zu schließenden Filialen bekannt gegeben hat, ist die Ankündigung ein deutliches Zeichen für die unsichere Zukunft des stationären Elektronikhandels und die spezifischen Herausforderungen des Vertriebs von Apple-Produkten.

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