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Schluss mit Greenwashing: EU beschließt strengere Kontrollen für Werbeaussagen

Smartphone mit Recycling-Logo als Symbol für umweltfreundliche Produkte
Foto: Ready Made / Pexels

In einem bedeutenden Schritt zur Bekämpfung irreführender ökologischer Werbeaussagen hat das EU-Parlament eine neue Richtlinie beschlossen, die Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Umweltwerbeaussagen wie „biologisch abbaubar“ oder „umweltfreundlich“ zur Vorabgenehmigung vorzulegen. Dieses geplante System soll Verbraucher vor unbegründeten und zweideutigen Werbeversprechen schützen und stellt eine Antwort auf Studien dar, die aufzeigen, dass mehr als die Hälfte der ökologischen Werbebehauptungen unklar oder irreführend sind.

Die Richtlinie sieht vor, dass EU-Länder Gutachter mit der Vorabgenehmigung solcher Angaben beauftragen, wobei die Überprüfung innerhalb von 30 Tagen erfolgen soll. Für einfachere Aussagen und Produkte ist eine schnellere Überprüfung möglich. Kleinstunternehmen sind von den neuen Vorschriften ausgenommen, während KMUs ein zusätzliches Jahr zur Anpassung gewährt wird. Bei Nichteinhaltung drohen Unternehmen Sanktionen, einschließlich Geldstrafen von mindestens 4 % ihres Jahresumsatzes.

Des Weiteren bleiben Umweltangaben, die ausschließlich auf CO2-Kompensation beruhen, verboten. Allerdings dürfen Unternehmen CO2-Ausgleichs- und Emissionsminderungsansprüche in ihrer Werbung nutzen, sofern sie zertifiziert und von hoher Integrität sind. Dies gilt nur für Restemissionen, nachdem alle möglichen Emissionsreduktionen umgesetzt wurden.

Die neue Richtlinie zielt darauf ab, ein Ende der sogenannten Grünfärberei zu setzen und stellt sicher, dass alle ökologischen Werbeaussagen wissenschaftlich überprüft werden. Die Abgeordneten betonten die Notwendigkeit, Verbrauchern Klarheit zu verschaffen und gleichzeitig den Unternehmen weniger belastend zu sein: „Studien zeigen, dass über 50% der ökologischen Werbeaussagen unklar, irreführend oder unbegründet sind. Wir können nicht von zufriedenen Verbrauchern sprechen, wenn jede zweite grüne Aussage falsch ist. Wir können nicht von gleichen Wettbewerbsbedingungen für unsere Unternehmer sprechen, wenn einige Händler mogeln. Wir glauben, dass die heute angenommene Richtlinie über Umweltaussagen ausgewogen ist – sie wird unseren Verbrauchern Gewissheit verschaffen und ist für die Händler weniger belastend als die Überprüfung jeder einzelnen Angabe.“

Das Parlament hat den Bericht mit großer Mehrheit angenommen. Die Umsetzung dieser Richtlinien muss jedoch vom neuen Parlament nach der Europawahl im Juni 2024 fortgesetzt werden. Diese Maßnahmen spiegeln die Forderungen der Bürgerinnen und Bürger nach transparenter Kennzeichnung und nachhaltigerem Verhalten wider.

Die erst wenige Wochen alte Entscheidung bei Zalando, irreführende Nachhaltigkeitssiegel und grüne Symbole zu entfernen, markiert einen signifikanten Wendepunkt im Online-Handel in ähnlichem Kontext. Diese Maßnahme, die in diesem Fall in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission getroffen wurde, zielt darauf ab, die Transparenz und Glaubwürdigkeit von Umweltaussagen bei Bekleidung und Textilien zu erhöhen. Ab dem 15. April wird Zalando die Kennzeichnung „nachhaltig“ nicht mehr verwenden: Anstatt vage Begriffe zu nutzen, die ohne klare Kriterien oder Nachweise hinter den Versprechen stehen, verpflichtet sich Zalando, konkrete Informationen über die Nachhaltigkeitsmerkmale seiner Produkte, wie den Anteil an recyceltem Material, anzugeben. Diese Veränderung entspringt der Notwendigkeit, Verbrauchern authentische und verifizierbare Informationen bereitzustellen, damit sie informierte Entscheidungen treffen können. Durch den Wegfall der Möglichkeit, Produkte über einen „Nachhaltigkeitsfilter“ zu suchen, unterstreicht Zalando die Bedeutung echter, nachweisbarer Nachhaltigkeitsbemühungen gegenüber symbolischen Gesten..

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