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BEITRAG

Secondhand-Plattform Rebelle schließt und geht in Vinted auf

Mehrere Luxus-Artikel mit dem Logo des Re-Commerce-Anbieters Rebelle
Foto: Rebelle

Die Secondhand-Plattform Vinted hat die geplante Schließung sowie die vollständige Eingliederung von Rebelle bekanntgegeben. Bereits im Juli 2022 unterbreitete Vinted ein Angebot zur Übernahme, mit der mittelfristigen Absicht, beide Firmen unter einem Dach zu vereinen. Nach anderthalb Jahren der Kooperation kündigte Vinted nun an, dass Rebelle bis zum 18. März 2024 eingestellt wird. Das Unternehmen hat sich zur Integration mit Details für bestehende Kunden unter anderem per Newsletter und auf LinkedIn geäußert.

Diese Entscheidung eröffnet der Rebelle-Community neue Möglichkeiten bei Vinted. Mitglieder können dort Designerartikel kostenlos einstellen und verkaufen. Zudem wurde der Verifizierungsprozess von Rebelle in Vinted integriert, um die gleiche Qualität und Expertise zu gewährleisten. Ein sicherer Übergangsprozess für die Benutzer wurde entwickelt, um den Wechsel zu Vinted zu erleichtern, so Rebelle in der Erklärung.

Mit der vollständigen Einstellung von Rebelle verabschiedet sich ein über ein Jahrzehnt etablierter Re-Commerce-Anbieter für Luxus Second-Hand-Mode. Gegründet in 2013 von Cécile Wickmann und Max Schönemann, bot Rebelle eine Kombination aus hochwertigen Luxusartikeln von führenden Designern, wobei Authentizität und Qualität immer Vordergrund stehen. Das Unternehmen steuerte, anders als manche Wettbewerber, den gesamten Verkaufsprozess und überprüfte physisch die Authentizität und Qualität der zum Verkauf stehenden Produkte.

Das Startup sicherte sich bereits 2014 eine Finanzierung in siebenstelliger Höhe und setzte diese Finanzierungsserie mit weiteren Kapitalrunden in den Jahren 2015 und 2017 fort. Zu den namhaften Investoren gehören der US-amerikanische Risikokapitalgeber HCS Capital, Friheden Invest, das Family Office des dänischen Modeunternehmers Niels Martinsen, North East Venture, der High-Tech Gründerfonds sowie der italienische Medienriese Mediaset.

Nach zwischenzeitlich finanziellen Schwierigkeiten und einer vergeblichen Investorensuche konnte Rebelle in der (Post)-Covid Zeit die Umsätze steigern und ging 2022 an die Börse in Stockholm, die bekannt für kleinere Börsengänge ist. Die Aktien wurden zu einem Preis von 2,64 Euro je Aktie emittiert, was einem Gesamtwert der Aktien von etwa 40 Millionen Euro vor dem Börsengang und 60 Millionen Euro danach entsprach. Der Börsengang von Rebelle am Nasdaq First North Growth Market in Stockholm markierte die erstmalige Vergabe einer Nasdaq Green Equity Designation innerhalb des weltweiten Nasdaq-Systems. Bereits kurz nach dem letztlich verhaltenen Börsengang kam das erste Übernahmeangebot von Vinted.

Vinted, gegründet 2008 in Litauen, hat sich als Europas größte Online-Plattform im C2C-Bereich für Second-Hand-Mode etabliert. Mit über 80 Millionen Mitgliedern in 19 Märkten in Europa und Nordamerika, strebt Vinted danach, Second-Hand zur ersten Wahl weltweit zu machen. Vinted hatte im Jahr 2022 ein Umsatz von 370 Millionen Euro und schreibt Verluste.​​

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