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Umsatzrückgang: Otto Group meldet deutliches Online-Minus

Campus des Otto Group Campus in Hamburg
Foto: Otto Group

Inmitten eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds meldet auch die OTTO Group für das Geschäftsjahr 2023/24 einen Rückgang der Online-Umsätze um etwa 9% auf 10,8 Mrd. Euro. In Deutschland, so die Pressemitteilung, um „etwas mehr als 9%“, was auf besondere Schwierigkeiten im Heimatmarkt hindeutet. Ein Teil des Umsatzrückgangs ist zudem auf das Aus von MyToys und Mirapodo zurückzuführen, bei denen bereits vor der endgültigen Schließung die Umsätze deutlich gesunken waren.

Die Gruppe verzeichnete in bestimmten Segmenten überproportionale Umsatzrückgänge. Während die globalen Umsätze der OTTO Group in den Bereichen Elektronik und Haushaltsgeräte im Jahr 2023 stabil auf dem Niveau des Vorjahres verharren, erleben die Segmente Fashion und Home & Living insgesamt einen Rückgang. In Deutschland jedoch bleiben die Umsätze im Bereich Home & Living konstant zum Vorjahr, trotz starker Herausforderungen im Möbelmarkt. OTTO betont, dass die 10,8 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2023/24 immer noch weit über den 8 Mrd. Euro vor Corona (Geschäftsjahr 2019/20) sind.

Hervorzuheben ist außerdem eine positive Entwicklung der Plattformumsätze bei OTTO, da laut Unternehmensangaben Partnerumsätze und Gross Merchandise Volume (GMV) ausgebaut werden konnte. Bedeutet: Umsätze haben sich auch in Richtung der angebundenen Plattform-Partner verlagert.

Einen Tag vor Bekanntgabe der Online-Umsätze, zu der jährlich eine eigene Presseveranstaltung stattfindet, hatte sich – zeitlich sicher nicht ganz zufällig – Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands bei OTTO, zu Wort gemeldet und die chinesischen Wettbewerber ins Visier genommen: „Auch OTTO ist von teils deutlichen Preissteigerungen in der Luftfracht betroffen. Das gilt vor allem für Transporte aus Asien. Ein Ende dieser Preisspirale ist derzeit nicht in Sicht, auch weil das Geschäftsmodell einiger asiatischer Onlineshops zentral auf Lufttransporte setzt. […]Das ist unverantwortlich und wird auf lange Sicht nicht funktionieren“. Unabhängig der Tatsache, dass die Aussagen spätestens nach dem ausführlichen Handelsblatt-Artikel so unterstrichen werden können, ist das Statement sicher auch ein Fingerzeig, dass insbesondere Temu in Teilen des Sortiments – genauso wie für Amazon, Kaufland und Co. – ein ernstzunehmender Wettbewerber darstellt.

Trotz des Umsatzrückgangs, neuer Wettbewerber und den auch für dieses Jahr anstehenden Herausforderungen, betont Sebastian Klauke, Konzern-Vorstand der Otto Group, die erfolgreiche Steuerung des Unternehmens, die zu einer verbesserten operativen Profitabilität führt. Die Gruppe bleibe damit ihren strategischen Investitionen in Logistik, IT und „kundennahe Lösungen“ treu. Klauke zeigt sich vorsichtig optimistisch für die Zukunft und kündigt an, dass für das Geschäftsjahr 2024/25 mit einem Wachstum im E-Commerce gerechnet wird, eine deutliche Erholung prognostiziert Otto erst ab 2025.

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