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Shein bittet China um Zustimmung für IPO in USA

Foto des Shein Logistikzentrum in Whitestown, USA
Foto: Jonathan Weiss / Shutterstock

Die in Hongkong und New York ansässige Modemarke Shein hat Berichten zufolge bei den chinesischen Behörden um die Erlaubnis für einen Börsengang in den USA gebeten. Dies geht aus exklusiven Informationen von Reuters hervor. Trotz ihres internationalen Auftretens wird der zuletzt häufig in der Kritik gewesene Mode-Gigant als chinesisches Unternehmen angesehen, was die Herausforderungen für das Unternehmen bei seinen Börsenplänen in den USA verdeutlicht.

Shein hat bereits im November einen geplanten Börsengang in den USA bei der chinesischen Aufsichtsbehörde eingereicht, so Insiderquellen. Dies geschah, obwohl das Unternehmen seinen Hauptsitz 2022 von Nanjing nach Singapur verlegt hatte. Darüber hinaus hatte Shein ebenfalls vertraulich beim US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) für den IPO im November eingereicht. Die SEC hat jedoch bisher noch nicht auf Sheins IPO-Antrag reagiert.

Sowohl Shein als auch die China Securities Regulatory Commission (CSRC) und die SEC haben bisher keine Stellungnahme zu den Berichten abgegeben. Die Informationsquellen möchten aus Anonymitätsgründen nicht genannt werden, da sie nicht befugt sind, mit den Medien zu sprechen.

Die Einreichung von Shein bei der CSRC für den US-Börsengang unterliegt den neuen chinesischen Börsennotierungsregeln für chinesische Unternehmen, die im Ausland an die Börse gehen. Diese Regeln könnten zu weiterer Unsicherheit führen, da verschiedene Behörden unterschiedliche Prioritäten wie nationale Sicherheit oder Datenschutz haben könnten.

Laut den CSRC-Regeln unterliegt ein Unternehmen diesen Regeln, selbst wenn sein Hauptsitz sich im Ausland befindet, wenn mehr als 50 % seiner Betriebseinnahmen, Gewinne, Gesamtvermögen oder Nettovermögen auf dem chinesischen Festland erzielt werden und es eine der beiden folgenden Kriterien erfüllt: Die Hauptaktivitäten des Unternehmens finden größtenteils im Land statt oder die leitenden Angestellten sind größtenteils chinesische Staatsbürger oder inländisch ansässig.

Shein besitzt oder betreibt keine Produktionsstätten und stützt sich stattdessen auf rund 5.400 Drittanbietervertragshersteller, hauptsächlich in China, was das Unternehmen den CSRC-Notierungsregeln unterwirft, so eine der Informationsquellen. Diese Regeln werden auf der Grundlage einer „Substanz über Form“-Basis angewendet, was der CSRC einen Ermessensspielraum bei der Umsetzung gibt. Die SEC kann IPOs zwar nicht aufgrund angeblicher Menschenrechtsverletzungen blockieren, aber sie kann von Unternehmen verlangen, Informationen über ihre Lieferketten offenzulegen.

Ein Schlüsselfaktor für Sheins kommerziellen Erfolg in den USA, so einige Politiker und Analysten, ist die sogenannte „de minimis“-Regel. Diese Regel ermöglicht es Websites, die billige chinesische Waren verkaufen, Millionen von Dollar an Steuern und Gebühren sowie Vorschriften zur Verhinderung von Zwangsarbeit in der Verbraucherproduktlieferkette zu umgehen.

Das global agierendes Modeunternehmen hat in den letzten Jahren erhebliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Gegründet in China im Jahr 2008, hat sich Shein zu einer der führenden E-Commerce-Plattformen für preiswerte Mode entwickelt und bietet ihre Produkte in über 150 Ländern weltweit an. Das Unternehmen hat einen innovativen Ansatz zur Modewelt verfolgt, indem es Trends schnell erkennt (Ultra-Fast-Fashion) und erschwingliche Kleidung und Accessoires für ein breites Publikum anbietet.

Ein besonderes Erfolgsrezept von Shein besteht in der gezielten Zusammenarbeit mit Mikro-Influencern, die eine maximale Follower-Zahl von 100.000 aufweisen. Anstatt auf namhafte Models oder Millionen-Influencer zu setzen, nutzt Shein diese Strategie, um die sehr junge Zielgruppe, die vor allem auf TikTok aktiv ist, anzusprechen.

Ein weiterer entscheidender Faktor für Sheins Erfolg ist die äußerst enge Interaktion mit den Kundinnen und Kunden. Das Unternehmen aktualisiert täglich seine Website mit mehr als 1.000 neuen Produkten, zunächst nur in Form von Bildern. Dank der Appdaten seiner Käufer kann Shein jedoch genau verfolgen, welche Artikel besonders oft angeklickt werden und somit stark nachgefragt sind. Diese Teile kann Shein dann umgehend in großer Stückzahl produzieren und anbieten.

Trotz des globalen Erfolgs und der raschen Expansion in den USA und anderen Märkten, hat Shein auch mit Kontroversen zu kämpfen. Die Anschuldigungen von Menschenrechtsverletzungen und Zwangsarbeit in Bezug auf die Herstellung von Produkten in China haben das Unternehmen in die Schlagzeilen gebracht. Dies hat zu einer Herausforderung bei Sheins Börsenplänen in den Vereinigten Staaten geführt, über den schön länger Gerüchte existieren. Auch ein Rechtsstreit mit Temu war zuletzt in den Schlagzeilen.

Im Jahr 2022 verzeichnete Sheins App laut Statista beeindruckende 74,7 Millionen Nutzer und erzielte einen Umsatz von umgerechnet 30 Milliarden US-Dollar durch diese Nutzerinnen und Nutzer. Dies stellt einen fast doppelten Umsatz im Vergleich zum Vorjahr dar und eine zehnfache Steigerung seit 2019.

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