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Turbulenzen bei Weltbild: Bekannter Multichannel-Händler ist erneut insolvent

Eingang einer Filiale von Weltbild
Foto: Weltbild

Rund zehn Jahre nach der ersten Insolvenz hat der Multichannel-Händler Weltbild erneut Insolvenz angemeldet. Die E-Commerce-Beteiligungsgesellschaft WB D2C Group (Weltbild D2C Gruppe) hat am Montag den Antrag beim Amtsgericht Augsburg eingereicht, der den Online- und Kataloghändler Weltbild GmbH & Co. KG betrifft.

Die Weltbild GmbH & Co. KG ist die größte operative Gesellschaft der WB D2C Group und trägt etwa 20 Prozent zum Gesamtumsatz der Gruppe bei. Weltbild fungiert dabei als klassischer Multichannel-Anbieter, der seine Produkte über Online, per Katalog und in 14 stationären Geschäften vertreibt. Laut öffentlich einsehbaren Mediadaten zählte Weltbild Deutschland in 2023 insgesamt 7,8 Millionen Kunden und durchaus beeindruckende 4,5 Millionen Newsletter-Abonnenten.

Ein Sprecher der Düsseldorfer Droege Group, wiederum Eigentümerin der Weltbild D2C Gruppe, betont, dass alle anderen Marken und Beteiligungen der Gruppe nicht von der Insolvenz betroffen seien. Die Gruppe umfasst zahlreiche Marken wie Weltbild, teNeues, Kinderwelt tausendkind, Paul Valentine, Fitz & Huxley, Groundies, Vamos, Westfalia, Gärtner Pötschke, Orbisana und Jokers einen Umsatz von rund 500 Millionen Euro.

Vor zehn Jahren durchlief das als Buchhändler bzw. klassischer Kataloghändler gestartete Weltbild bereits ein erstes Insolvenzverfahren, bei dem rund 600 Mitarbeitende entlassen wurden und das Unternehmen schließlich an die Droege Group verkauft wurde. Zwischenzeitlich trat die vor einigen Jahren neu geformte „Weltbild D2C“ eher mit einigen Akquisitionen in Erscheinung. Im März übernahm die Gruppe den Versandhändler Westfalia, um die Marktposition in den Bereichen Do-it-yourself, Kreativität und Natur auszubauen. Zudem hatte die D2C-Gruppe im Januar die Marken Fitz & Huxley und Vamos übernommen und die ReCommerce-Einheit von Weltbild konnte sich die Mehrheitsanteile an mySWOOOP sichern.

Im Kontext von mehreren Akquisitionen darf die Insolvenz deshalb durchaus überraschen, da das Unternehmen zudem zuletzt als stabil galt. Wie die Wirtschaftswoche ins Spiel bringt, spielt neben externen Krisen und folglich erheblichen Kostensteigerungen besonders der Markteintritt neuer Anbieter aus Asien eine Rolle für die Insolvenz. Durchaus hat vor allem Temu, das sich mit günstigen Angeboten und aggressivem Marketing schnell große Marktanteile erkauft hat, die Wettbewerbssituation für die Weltbild-Marke erheblich verschärft.

Laut der offiziellen Pressemitteilung soll nun das Insolvenzverfahren genutzt werden, um notwendige Sanierungsschritte einzuleiten. Der Geschäftsbetrieb wird zunächst fortgeführt, sodass Kunden weiterhin bedient werden können. In Folge der Insolvenz gibt es auch einen Wechsel in der Führungsebene. Die bisherigen Manager Christian Sailer (CEO) und Bjoern Minnier (COO) verlassen das Unternehmen. Christoph Honnefelder und Sami Sagur übernehmen die Führung der WB D2C Group, während Stefanie Penck zur alleinigen Geschäftsführerin der Weltbild GmbH & Co. KG ernannt wurde.

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