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Nach Frasers-Übernahme: Matches Fashion wird in die Insolvenz geschickt

Foto des Wimbledon-Stores von MATCHES Fashion
Foto: MATCHES

Die Frasers Group hat nach eigenen Angaben beschlossen, die Luxus-Online-Modeplattform MATCHES nur zwei Monate nach der Übernahme in die Insolvenz zu schicken. Frasers kaufte das verlustreiche MATCHES erst im Dezember letzten Jahres von Apax Partners für 66,6 Millionen Dollar und gibt an, dass seit der Übernahme kontinuierlich die Zwischenziele verfehlt und weiterhin erhebliche Verluste gemacht wurden. Zudem seien bereits zahlreiche Marken abgesprungen.

MATCHES oder auch Matches Fashion, bekannt für den Verkauf von Luxusmarken wie Balenciaga, Gucci und Valentino, hat seine Wurzeln 1980 in einer High-Fashion-Boutique in Wimbledon, Südwest-London, und konnte sich früh als relevanter Online-Player einen Namen machen. Doch die Post-Pandemie-Phase und ein intensiver Wettbewerb mit Rivalen wie Farfetch, Net-a-Porter oder Mytheresa brachten das Unternehmen in anhaltend große Schwierigkeiten. Die Verluste häuften sich und trotz Bemühungen, das Geschäft unter der Führung des ehemaligen Asos-CEO zu stabilisieren, blieben die erhofften Verbesserungen aus.

Offen ist nun, ob Frasers MATCHES erneut abstoßen wird und sich ein Käufer findet oder ob die Tore des Online-Händlers, der zudem drei stationäre Geschäfte betreibt, vollständig geschlossen werden. „Obwohl das Managementteam von MATCHES versucht hat, einen Weg zu finden, das Geschäft zu stabilisieren, ist klar geworden, dass zu viele Änderungen notwendig wären, um es umzustrukturieren“, lässt sich Frasers laut Reuters zitieren.

Die Entwicklung von dem einst gut aufgestellten MATCHES verdeutlicht die aktuelle Situation rund um Multi-Brand-Luxusmode neben dem schwer kriselnden Farfetch sowie dem ebenfalls strauchelnden Yoox Net-A-Porter, das sich im Richemont-Konzern zum Problemkind avanciert hat. Die rasche Entscheidung von Frasers, MATCHES nach so kurzer Zeit in die Insolvenzverwaltung zu schicken, markiert somit einen weiteren Rückschlag für Online-Luxusplattformen und wirft zudem Fragenzeichen hinsichtlich der Strategie von Frasers im Luxusbereich auf. Obwohl die Gruppe ursprünglich vorhatte, durch die Übernahme von MATCHES ihr Luxusprofil zu schärfen, ist der Zeitraum nach starken zwei Monaten verwunderlich und lässt viele Fragen offen.

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