Adobe bekommt zum 1. Dezember 2026 einen neuen Vorstandschef. Anil Chakravarthy übernimmt die Position des President und CEO und zieht zugleich in den Verwaltungsrat des US-Softwarekonzerns ein. Der bisherige Unternehmenschef Shantanu Narayen wechselt auf den Posten des Executive Chair und soll seinen Nachfolger während der Übergangsphase begleiten.
Mit der Personalentscheidung schließt Adobe einen mehrmonatigen Auswahlprozess ab. Chakravarthy verantwortet derzeit das Geschäft mit Customer Experience Orchestration sowie die weltweiten Vertriebsaktivitäten des Unternehmens. Der Verwaltungsrat entschied sich nach eigenen Angaben einstimmig für den internen Kandidaten.
Chakravarthy arbeitet seit 2020 für Adobe
Chakravarthy kam im Januar 2020 als Executive Vice President und General Manager für das Digital-Experience-Geschäft zu Adobe. Bereits im September desselben Jahres übernahm er zusätzlich die weltweiten Field Operations für Unternehmenskunden und damit den Vertrieb des gesamten Adobe-Portfolios in diesem Segment.
Ende 2021 wurde er zum President für Digital Experience und Worldwide Field Operations befördert. In seiner heutigen Funktion verantwortet er damit einen Geschäftsbereich, der für Adobes Positionierung bei großen Unternehmenskunden und für die Vermarktung entsprechender Softwarelösungen eine zentrale Rolle spielt.
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KI-Produkte prägen seine bisherige Arbeit
Unter Chakravarthys Leitung baute Adobe sein Angebot für die Orchestrierung von Kundenerlebnissen aus. Zu den von Adobe hervorgehobenen Entwicklungen zählen CX Enterprise, GenStudio und Brand Visibility. Die Produkte nutzen künstliche Intelligenz, um Unternehmen bei der Gestaltung und Steuerung von Kundeninteraktionen zu unterstützen.
Darüber hinaus war Chakravarthy am Ausbau der Adobe Experience Platform und an neuen Angeboten wie CX Enterprise Coworker beteiligt. Auch die Übernahmen und Integration von Workfront und Semrush gehörten nach Angaben des Konzerns zu den strategischen Projekten, die er vorantrieb.
Neuer CEO soll Adobe durch die KI-Transformation führen
Adobe verbindet den Führungswechsel ausdrücklich mit der weiteren Transformation seines Geschäfts durch künstliche Intelligenz. Chakravarthy sieht Wachstumsmöglichkeiten insbesondere bei agentenbasierter Software für Kreativität, Produktivität und Customer Experience. Damit dürfte die Entwicklung und kommerzielle Nutzung von KI-Anwendungen zu seinen wichtigsten Aufgaben an der Konzernspitze gehören.
Auch Narayen bezeichnet seinen Nachfolger als geeigneten Manager für die nächste Wachstumsphase in einem von KI geprägten Markt. Der bisherige CEO bleibt Adobe als Executive Chair erhalten und soll eng mit Chakravarthy zusammenarbeiten, um einen geordneten Übergang sicherzustellen.
Neuer Adobe-Chef bringt langjährige Branchenerfahrung mit
Vor seinem Wechsel zu Adobe war Chakravarthy vier Jahre lang CEO des Datenmanagement-Spezialisten Informatica. Dort war er bereits 2013 als Executive Vice President eingestiegen. Weitere berufliche Stationen umfassen Führungspositionen bei Symantec und VeriSign sowie eine Tätigkeit bei McKinsey & Company.
Chakravarthy studierte Computer Science and Engineering am Institute of Technology in Varanasi in Indien. Darüber hinaus erwarb er am Massachusetts Institute of Technology einen Masterabschluss sowie einen Doktortitel. Damit übernimmt ein Manager mit technologischem Hintergrund und umfangreicher Erfahrung im Enterprise-Softwaregeschäft die Führung von Adobe.
Narayen bleibt Adobe als Executive Chair erhalten
Der Wechsel beendet Narayens operative Führung des Konzerns, bedeutet jedoch keinen vollständigen Rückzug. Als Executive Chair soll er die strategische Weiterentwicklung von Adobe unterstützen und mit dem neuen CEO zusammenarbeiten. Damit setzt das Unternehmen beim Übergang auf personelle Kontinuität.
Für Chakravarthy beginnt die neue Aufgabe in einer Phase, in der generative und zunehmend agentenbasierte KI die Softwarebranche grundlegend verändert. Adobe muss dabei sein etabliertes Geschäft mit Kreativ- und Unternehmenssoftware weiterentwickeln und gleichzeitig neue KI-Produkte in tragfähige Geschäftsmodelle überführen.




