Eine neue Studie der SDA Bocconi School of Management zeigt den wachsenden Einfluss von Alibaba auf die europäische Wirtschaft. Zwischen 2022 und 2024 trugen Exportaktivitäten über die Plattform des chinesischen Konzerns in sechs EU-Ländern – Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und den Niederlanden – rund 38,6 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung bei. Allein im Jahr 2024 sicherten diese Aktivitäten 143.184 Arbeitsplätze, so die Studie.
In Großbritannien, das separat analysiert wurde, ergab die Studie für denselben Zeitraum einen zusätzlichen Beitrag von 17,3 Milliarden Pfund (rund 20 Milliarden Euro) zum BIP sowie die Unterstützung von 74.379 Arbeitsplätzen.
Digitale Marktplätze als Stabilitätsanker im Exportgeschäft
Bemerkenswert ist die Widerstandsfähigkeit der über Alibaba vermittelten Exporte: Während die gesamten EU-Ausfuhren nach China zwischen 2022 und 2024 um 8,4 % zurückgingen, schrumpften die Verkäufe über Alibaba nur um 2,4 %. Von 2023 auf 2024 legten diese Exporte sogar um 7,5 % zu – im Gegensatz zu einem Rückgang von 6,3 % bei den allgemeinen EU-China-Exporten.
Die Studienautoren führen dies auf verkürzte Markteintrittszeiten, datenbasierte Nachfrageanalysen und höhere Reaktionsgeschwindigkeit durch digitale Kanäle zurück. Besonders stark entwickelten sich Anbieter aus den Bereichen Beauty, Fashion und Körperpflege, die über Tmall und Taobao chinesische Kunden erreichten. Lazada stärkte zudem die Präsenz europäischer Marken in Südostasien, während Fliggy zur Rückkehr chinesischer Touristen nach Europa beitrug.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Chancen für europäische KMU durch digitale Infrastruktur
Ein weiteres zentrales Ergebnis: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus Europa nutzen Alibabas Infrastruktur gezielt zur internationalen Expansion. Händler in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und Italien betonten dabei die Bedeutung zuverlässiger Logistiklösungen. Diese ermöglichen vorhersehbare Lieferketten und stärken das Vertrauen im grenzüberschreitenden Geschäft.
Zusätzlich ermöglichen die von Alibaba bereitgestellten Analyse- und Marketingtools eine zielgenaue Ansprache lokaler Märkte, insbesondere in China und Südostasien. Die Studie empfiehlt europäischen Entscheidungsträgern deshalb, den Zugang zu digitalen Exportlösungen auszubauen, Investitionen in digitale Kompetenzentwicklung zu fördern und die Logistikinfrastruktur für den grenzüberschreitenden Handel zu modernisieren.


