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Bundestag beschließt Altersvorsorgedepot als Nachfolger der Riester-Rente

RENTE und mehrere Euro Geldscheine
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Mit dem neuen Altersvorsorgedepot ersetzt der Deutscher Bundestag die Riester-Rente durch ein flexibleres Modell. Aktien, Fonds und ETFs rücken in den Fokus, während Kosten gedeckelt und Förderungen besonders für Geringverdiener und Familien ausgeweitet werden.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Deutsche Bundestag hat die Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen und damit den Weg für ein neues Altersvorsorgedepot frei gemacht. Das bisherige Riester-Modell soll ab 2027 durch ein flexibleres und renditeorientierteres System ersetzt werden. Ziel ist es, mehr Menschen zur privaten Vorsorge zu bewegen und insbesondere Geringverdiener stärker einzubeziehen.

Altersvorsorgedepot als Kern der Reform

Im Zentrum der Reform steht ein neues Altersvorsorgedepot, über das Bürger künftig in Aktien, Fonds und ETFs für das Alter sparen können. Neben privaten Anbietern ist auch ein staatlich organisiertes Standardprodukt vorgesehen, das als kostengünstige Referenz dienen soll. Damit wird die dritte Säule der Altersvorsorge grundlegend modernisiert.

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Mehr Rendite und geringere Kosten

Das neue System soll vor allem höhere Renditechancen bieten. Während die Riester-Rente häufig wegen hoher Kosten und niedriger Erträge kritisiert wurde, setzt die Reform stärker auf Kapitalmarktinvestitionen. Gleichzeitig wird ein Kostendeckel eingeführt, um die Gebühren für Anbieter zu begrenzen und die Erträge der Sparer zu schützen.

Erweiterte Förderung und neue Zielgruppen

Die staatliche Förderung wird neu gestaltet und insbesondere für kleine und mittlere Einkommen verbessert. Zulagen orientieren sich künftig stärker an den eigenen Sparleistungen. Auch Familien profitieren durch erhöhte Kinderzulagen. Zudem wird der Kreis der Berechtigten ausgeweitet: Erstmals erhalten auch Selbstständige Zugang zur staatlich geförderten privaten Altersvorsorge.

Staatliches Standarddepot als Benchmark

Ein zentrales Element ist das öffentlich verwaltete Standarddepot. Dieses soll mit niedrigen Kosten und hoher Transparenz Maßstäbe setzen und den Wettbewerb unter den Anbietern stärken. Die Verwaltungskosten werden dabei auf maximal ein Prozent begrenzt.

Politische Bewertung und Kritik

Die Koalitionsfraktionen bewerten die Reform als wichtigen Schritt zur Stärkung der privaten Vorsorge. Sie sehen im Altersvorsorgedepot ein einfacheres, flexibleres und renditestärkeres Angebot. Kritiker bemängeln hingegen mögliche Risiken durch Kapitalmarktanlagen sowie offene Fragen bei der konkreten Ausgestaltung.

Während einige Stimmen vor Interessenkonflikten beim staatlichen Angebot warnen, fordern andere eine stärkere Fokussierung auf die gesetzliche Rente oder automatische Teilnahme-Modelle.

Mehr Anreize für private Vorsorge

Mit der Reform will die Bundesregierung erreichen, dass mehr Menschen zusätzlich zur gesetzlichen Rente privat vorsorgen. Die Kombination aus vereinfachter Förderung, breiterem Zugang und besseren Renditechancen soll die Attraktivität deutlich erhöhen.

Inkrafttreten ab 2027 geplant

Das neue Modell soll ab dem 1. Januar 2027 gelten. Details zur konkreten Umsetzung werden in weiteren Verordnungen festgelegt. Fest steht jedoch bereits: Mit dem Altersvorsorgedepot beginnt ein grundlegender Umbau der privaten Altersvorsorge in Deutschland.

Die Reform markiert damit einen Wendepunkt – weg von einem stark regulierten Garantiesystem hin zu einer stärker kapitalmarktorientierten Vorsorgestrategie.

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