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Blue Jay und Eluna: Amazons neue Ära der Logistik-Automatisierung beginnt

Amazon Bluejay Roboter in einer US Logistik
Foto: Amazon

Key takeaways

Amazon stellt mit Blue Jay ein Robotersystem für Lageraufgaben und mit Project Eluna eine KI zur Prozesssteuerung vor. Beide Initiativen haben das Potenzial, Amazons Fulfillment nachhaltig zu verändern. Zeitgleich werfen Recherchen der New York Times Fragen zur gesellschaftlichen Debatte Einsparung versus Beschäftigung auf.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Nachdem diese Woche bereits Zalandos Investment in Logistikrobotik für Aufsehen sorgte, startet Amazon pünktlich zur Hochsaison mit zwei neuen Automatisierungs-Innovationen im Heimatmarkt, die die Logistik des E-Commerce-Riesen nachhaltig verändern werden wird: Das Robotiksystem Blue Jay und das KI-gestützte Projekt Eluna sollen die Arbeit in Logistikzentren effizienter, sicherer und ergonomischer machen. Beide Technologien, die Amazon ausführlich in einem Blogbeitrag vorstellt, wurden speziell dafür entwickelt, Mitarbeitende zu entlasten und gleichzeitig die Geschwindigkeit und Präzision der Prozesse zu erhöhen.

Blue Jay: Koordinierte Roboterarme für mehr Effizienz

Blue Jay ist ein neues Robotersystem, das mehrere mechanische Arme intelligent koordiniert. Es vereint bisher getrennte Arbeitsschritte wie Kommissionieren, Lagern und Konsolidieren in einer einzigen Station. Dadurch wird der Platzbedarf reduziert und gleichzeitig die Arbeitsgeschwindigkeit erhöht. Bereits heute erreicht Blue Jay eine Abdeckung von rund 75 % aller gelagerten Artikeltypen an einem Teststandort in South Carolina.

Möglich wurde diese Entwicklung durch den Einsatz sogenannter digitaler Zwillinge. Diese virtuellen Simulationen verkürzten die Entwicklungszeit drastisch und machten es möglich, Dutzende Prototypen in wenigen Monaten zu testen – ein Prozess, der früher Jahre dauerte.

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Projekt Eluna: KI unterstützt in Echtzeit

Mit Project Eluna bringt Amazon eine agentenbasierte KI in die Logistikzentren. Diese analysiert Echtzeit- und historische Daten, erkennt potenzielle Engpässe frühzeitig und schlägt gezielte Maßnahmen vor. Ziel ist es, Führungskräfte zu entlasten und ihnen datenbasierte Entscheidungen zu ermöglichen – etwa zur optimalen Personaleinsatzplanung.

Im Gegensatz zu bisherigen Dashboard-Systemen agiert Eluna weitgehend autonom und liefert Handlungsempfehlungen, bevor Probleme überhaupt entstehen. Der erste Einsatz findet in einem Fulfillment-Center in Tennessee statt, wo die KI im Sortierprozess unterstützen wird.

Technik als Werkzeug für bessere Arbeit

Im Mittelpunkt der Innovationen steht die Unterstützung der Mitarbeitenden. Blue Jay soll helfen, körperlich belastende Bewegungen zu reduzieren, indem es Arbeiten übernimmt, die außerhalb der ergonomisch optimalen „Power-Zone“ liegen. Eluna wiederum entlastet Führungskräfte kognitiv, sodass sie sich stärker auf die Teamführung konzentrieren können.

Mit Blue Jay und Eluna ergänzt Amazon bestehende Systeme wie Vulcan – einen Tastsinn-basierten Roboter – und DeepFleet, das große Robotikflotten koordiniert. Die neuen Systeme stehen beispielhaft für Amazons Vision von „Physical AI“: lernfähige, physisch interagierende Systeme, die reale Arbeitsumgebungen verbessern.

Kritik an Automatisierung: Einsparungen versus Beschäftigung

Die Vorstellung von Blue Jay und Eluna erfolgt jedoch inmitten wachsender öffentlicher Diskussionen über die Auswirkungen von Automatisierung auf die Beschäftigung bei Amazon. Laut einer Recherche der New York Times könnte Amazons Automatisierungsteam durch den verstärkten Einsatz robotergestützter Systeme bis 2027 auf die Einstellung von über 160.000 Mitarbeitenden in den USA verzichten.

Amazon widersprach der Darstellung gegenüber dem US-Sender CNBC und erklärte, die internen Dokumente gäben ein „unvollständiges und irreführendes Bild“ der tatsächlichen Planungen wieder. Es handele sich um die Sichtweise eines einzelnen Teams und nicht um die übergreifende Personalstrategie für das operative Geschäft.

Angesichts der geplanten 250.000 Neueinstellungen für das Weihnachtsgeschäft unterstreicht Amazon zumindest aktuell, dass Automatisierung und Beschäftigung kein Widerspruch sein müssen – sondern sich ergänzen können.

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