Amazon hat nach eigenen Angaben seit 2010 mehr als 100 Milliarden Euro in Deutschland investiert. Allein 2025 flossen 15 Milliarden Euro in den Ausbau des Geschäfts, eine Milliarde Euro mehr als im Vorjahr. Der Konzern beschäftigt inzwischen über 40.000 festangestellte Mitarbeiter an mehr als 100 Standorten und kündigt über 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Logistik an.
Weitere Investitionsvorhaben will Amazon beim Invest in Germany Summit am 19. und 20. Oktober 2026 in Berlin vorstellen.
Neue Logistikstandorte und zusätzliche Arbeitsplätze
Amazon erweitert sein deutsches Verteilnetz und hat zuletzt fünf Standorte in Salzgitter, Ettenheim, Kassel, Cottbus und Dahlewitz eröffnet. Bis Ende 2026 soll außerdem ein Logistikzentrum in Zweibrücken den Betrieb aufnehmen. Ein weiterer Standort entsteht in Könnern.
Parallel modernisiert das Unternehmen bestehende Logistikzentren und investiert in Robotik. Die Arbeiten in Bad Hersfeld, Dortmund und Werne sollen 2027 abgeschlossen werden. Weitere Modernisierungen in Koblenz, Pforzheim und Rheinberg laufen voraussichtlich bis 2028.
Nach Unternehmensangaben beträgt der Einstiegslohn seit September 2026 mindestens 16,22 Euro pro Stunde. Für Vollzeitbeschäftigte nennt Amazon nach zwei Jahren ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 41.600 Euro.
Amazon unaufhaltsam
Deutsche Händler erzielen über 20 Milliarden Euro Umsatz
Auch das Marktplatzgeschäft spielt für Amazon eine wichtige Rolle. Kleine und mittlere Unternehmen aus Deutschland erwirtschafteten 2025 über die Plattform einen Umsatz von mehr als 20 Milliarden Euro.
Davon entfielen 5,9 Milliarden Euro auf das Exportgeschäft. Die Zahl der über den Logistikservice Versand durch Amazon abgewickelten Produkteinheiten deutscher Verkaufspartner stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp zehn Prozent.
Der Ausbau des Logistiknetzes soll die Lieferkapazitäten für eigene Angebote und externe Händler weiter erhöhen.
Milliardeninvestitionen in Cloud und Rechenzentren
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Amazon Web Services (AWS). Zwischen 2014 und 2023 investierte Amazon 9,6 Milliarden Euro in die Rechenzentrumsregion Frankfurt. Für den Zeitraum bis Ende 2026 wurden zusätzliche Investitionen von 8,8 Milliarden Euro angekündigt.
Im Januar 2026 ging zudem die AWS European Sovereign Cloud in Brandenburg in den allgemeinen Betrieb. Für diese europäisch ausgerichtete Cloud-Infrastruktur plant Amazon zwischen 2024 und 2040 Investitionen von 7,8 Milliarden Euro.
Die Umgebung ist nach Unternehmensangaben technisch von anderen AWS-Regionen getrennt und wird ausschließlich durch Personal mit Wohnsitz in der EU betrieben. Sie richtet sich insbesondere an öffentliche Einrichtungen und regulierte Branchen.
Elektromobilität und erneuerbare Energien im Fokus
Amazon investiert nach eigenen Angaben mehr als 400 Millionen Euro in die Elektrifizierung und Emissionsreduzierung seines Transportnetzwerks. Lieferpartner setzen in Deutschland bereits über 4.500 Elektrofahrzeuge ein.
Im September 2026 übernahm der Konzern 27 elektrische Lastwagen von Mercedes-Benz Trucks. Bis zum Jahresende sollen mehr als 50 dieser Fahrzeuge eingesetzt werden.
Zudem unterstützt Amazon Projekte zur CO₂-freien Stromerzeugung mit einer Gesamtkapazität von über 1,3 Gigawatt. Nach vollständiger Inbetriebnahme könnten diese rechnerisch den Jahresstrombedarf von rund 1,8 Millionen Haushalten decken.
Rechenzentren sollen Wasserverbrauch reduzieren
Auch beim Betrieb seiner Rechenzentren setzt AWS auf ressourcenschonende Technologien. Nach Unternehmensangaben erfolgt die Kühlung in Deutschland während rund 95 Prozent der Betriebszeit über Außenluft ohne zusätzlichen Wasserverbrauch.
Neue Rechenzentren sollen vorrangig gesammeltes Regenwasser verwenden. Darüber hinaus verfolgt AWS das Ziel, bis 2030 mehr Wasser an Gemeinden und Ökosysteme zurückzugeben, als die Rechenzentren verbrauchen.
Mit den Investitionen in Logistik, Cloud-Infrastruktur und Energieversorgung unterstreicht Amazon die Bedeutung des deutschen Marktes für seine europäische Geschäftsentwicklung.




