Mit der Integration der PayPal-Ratenzahlung in Deutschland und Österreich erweitert Amazon sein Zahlungsangebot um eine neben Klarna auch hierzulande beliebtesten BNPL-Lösungen. Die Funktion wird laut PayPal schrittweise in den kommenden Wochen sowohl auf Amazon.de als auch in der Amazon-App freigeschaltet. Voraussetzung ist die Berechtigung des jeweiligen Kunden sowie eine erfolgreiche Bonitätsprüfung durch PayPal.
Für PayPal bedeutet die Kooperation erstmals Zugang zu der E-Commerce-Plattformen des seit diesem Jahr offiziell größten Händlers der Welt. Mehr als 40 Millionen PayPal-Nutzer in Deutschland erhalten damit die Möglichkeit, Einkäufe auf Amazon in festen Monatsraten zu begleichen.
Strategischer Meilenstein für PayPal
Die Kooperation markiert einen wichtigen Ausbau der sogenannten „Pay Later“-Strategie von PayPal, das heute zudem seine jüngsten Quartalszahlen veröffentlichte. Während der Zahlungsdienstleister seine Ratenzahlungsangebote bislang bereits bei zahlreichen Online-Händlern integriert hatte, fehlte mit Amazon einer der bedeutendsten Vertriebskanäle.
Nach Angaben von PayPal können Einkäufe zwischen 30 und 10.000 Euro finanziert werden. Zur Auswahl stehen Laufzeiten von drei, sechs, zwölf und 24 Monaten. Exklusiv für Amazon-Kunden werden zusätzlich Finanzierungen über 36 beziehungsweise 48 Monate angeboten. Damit richtet sich das Angebot insbesondere an Käufer höherpreisiger Produkte wie Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte oder Computer.
Die monatlichen Raten werden automatisch per Lastschrift vom hinterlegten Bankkonto oder einer Debitkarte eingezogen. Kunden können ihre Finanzierung jederzeit über die PayPal-App verwalten, Sondertilgungen leisten oder den gesamten Restbetrag ohne zusätzliche Gebühren vorzeitig zurückzahlen.
Amazon unaufhaltsam
Amazon stärkt die Flexibilität im Checkout
Auch für Amazon ist die Integration ein wichtiger Baustein im Wettbewerb um komfortable Checkout-Prozesse. Flexible Zahlungsoptionen gehören inzwischen zu den entscheidenden Faktoren im Onlinehandel und können Kaufabbrüche reduzieren sowie den durchschnittlichen Warenkorb erhöhen.
Besonders bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Kooperation: Amazon hatte den bisherigen Barclays-Finanzierungsrahmen bereits eingestellt und setzt nun auf eine neue Lösung für Ratenzahlungen. Die Einbindung von PayPal schließt diese Lücke und erweitert gleichzeitig die Auswahl an Finanzierungsoptionen für Kunden.
Der BNPL-Markt wächst weiter
„Buy Now, Pay Later“, das vor allem durch Klarna und eine einfache User Experience populär wurde, hat sich in den vergangenen Jahren von einer Nischenlösung zu einem festen Bestandteil des Onlinehandels entwickelt. Verbraucher schätzen insbesondere transparente Monatsraten und die Möglichkeit, größere Anschaffungen planbarer zu finanzieren.
Für PayPal ist die Kooperation mit Amazon deshalb weit mehr als eine neue Zahlungsoption. Sie stärkt die Position des Unternehmens gegenüber spezialisierten BNPL-Anbietern und erhöht zugleich die Sichtbarkeit der eigenen Finanzierungslösungen an einem der wichtigsten digitalen Verkaufspunkte Europas.
Amazon wiederum profitiert davon, seinen Kunden zusätzliche Flexibilität anzubieten, ohne selbst als Kreditgeber aufzutreten. Die Finanzierung übernimmt vollständig PayPal, einschließlich Bonitätsprüfung, Vertragsabwicklung und Verwaltung der Ratenzahlungen.
Schrittweise Einführung ab August
Die neue Zahlungsoption wird nicht für alle Nutzer gleichzeitig verfügbar sein. Amazon und PayPal kündigten einen gestaffelten Rollout über die kommenden Wochen an. Berechtigte Kunden sehen die PayPal-Ratenzahlung direkt im Checkout von Amazon.de sowie in der Amazon-App.






