Amazon hat im zweiten Quartal 2025 seinen Wachstumskurs eindrucksvoll fortgesetzt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 167,7 Milliarden US-Dollar (rund 154 Milliarden Euro). Ohne Währungseffekte betrug das Plus 12 Prozent. Dabei zeigten alle Geschäftsbereiche ein zweistelliges Wachstum – mit besonders deutlichen Zuwächsen im Cloud-Geschäft AWS und im internationalen Handel.
Starkes Wachstum in allen Segmenten
Der nordamerikanische Markt erwies sich mit einem Umsatzplus von 11 Prozent auf 100,1 Milliarden US-Dollar (92 Mrd. €) als tragende Säule. Im internationalen Geschäft legten die Erlöse sogar um 16 Prozent auf 36,8 Milliarden US-Dollar (34 Mrd. €) zu – wechselkursbereinigt um 11 Prozent. Besonders dynamisch zeigte sich Amazons Cloud-Plattform AWS, deren Umsatz um 17,5 Prozent auf 30,9 Milliarden US-Dollar (28 Mrd. €) zulegte.
Amazon unaufhaltsam
Deutlich gesteigerter Gewinn
Auch beim Ergebnis zeigte Amazon eine starke Performance: Der operative Gewinn lag mit 19,2 Milliarden US-Dollar (17,6 Mrd. €) rund 31 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn stieg um 35 Prozent auf 18,2 Milliarden US-Dollar (16,6 Mrd. €), das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 1,68 US-Dollar. Besonders profitabel zeigte sich erneut das AWS-Segment mit einem operativen Gewinn von 10,2 Milliarden US-Dollar (9,3 Mrd. €).
Künstliche Intelligenz als Wachstumsmotor
CEO Andy Jassy betonte die Rolle von KI als zentrales Element der Strategie. Amazon habe unter anderem die smarte Sprachassistenz Alexa+ deutlich ausgeweitet, die KI-Entwicklungsumgebung Kiro und das Agenten-Framework Strands vorgestellt sowie den Robotik-Optimierer DeepFleet für das Intralogistiknetz eingeführt. Auch im E-Commerce kommen KI-Werkzeuge wie automatisierte Produktzusammenfassungen oder sprachbasierte Rezensionen verstärkt zum Einsatz.
Neue Produkte, Partnerschaften und Prime Day-Rekorde
Zu den Highlights im Quartal zählten der erfolgreichste Prime Day in der Unternehmensgeschichte und die Ausweitung der Same-Day- und Next-Day-Delivery auf über 4.000 kleinere Städte und ländliche Regionen in den USA. Zudem wurden neue Marken wie Marc Jacobs oder Nike in den Amazon-Marktplatz integriert. Im Medienbereich sorgte Prime Video mit NBA- und NASCAR-Übertragungen für Reichweitenrekorde. Auch die Verpflichtung von Denis Villeneuve als Regisseur des nächsten James-Bond-Films sorgte für Aufmerksamkeit.
Cloud-Strategie mit globaler Expansion
Amazon investiert massiv in seine Cloud-Infrastruktur, unter anderem in den USA, Australien, Saudi-Arabien und Südkorea. Neue AWS-Kunden wie PepsiCo, Airbnb, Peloton und SAP sowie erweiterte Angebote wie AgentCore, Strands Agents und EC2-Instanzen mit NVIDIA-Technik sollen weiteres Wachstum ermöglichen. Die Integration von Oracle-Datenbanken und neue Vektor-Dienste für KI-Anwendungen unterstreichen Amazons Ambitionen im KI-gestützten Cloud-Geschäft.
Nachhaltigkeit und soziale Initiativen
Auch jenseits der Geschäftszahlen meldete Amazon Fortschritte: Mehr als 700.000 Mitarbeiter nahmen an Weiterbildungsprogrammen teil, neue Ausbildungsplätze im Bereich Robotik wurden geschaffen, und in über 55 Ländern engagierten sich Mitarbeiter im Rahmen eines globalen Freiwilligenmonats. Zudem kündigte Amazon an, bis 2030 in über 120 US-Rechenzentren Wasserrecycling einzuführen – mit dem Ziel, über 530 Millionen Liter Trinkwasser pro Jahr einzusparen.
Ausblick auf das dritte Quartal
Für das laufende Quartal erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 174 und 179,5 Milliarden US-Dollar – ein Wachstum von bis zu 13 Prozent. Der operative Gewinn soll zwischen 15,5 und 20,5 Milliarden US-Dollar liegen. Angesichts der stabilen Entwicklung und der zahlreichen Produkt- und Technologieinitiativen blickt Amazon trotz globaler Unsicherheiten optimistisch in die zweite Jahreshälfte.


