Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt im Februar 2026 wenig Dynamik. Trotz eines leichten saisonalen Rückgangs der Arbeitslosigkeit bleibt die Zahl mit 3,07 Millionen Betroffenen auf hohem Niveau. BA-Chefin Andrea Nahles spricht in der Pressemitteilung von einem Markt, der auch am Ende der Winterpause „nicht in Schwung“ komme. Zwar sank die Arbeitslosenzahl um 15.000, doch saisonbereinigt stagniert sie nahezu. Im Vorjahresvergleich steht ein Plus von 81.000 Arbeitslosen zu Buche, die Quote liegt nun bei 6,5 Prozent.
Unterbeschäftigung und Erwerbslosigkeit: nur minimale Veränderungen
Die Unterbeschäftigung umfasst neben Arbeitslosen auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und kurzfristige Ausfälle. Sie sank saisonbereinigt leicht um 3.000 Personen und liegt mit 3,724 Millionen minimal unter dem Vorjahreswert. Die nach ILO-Standard ermittelte Erwerbslosenquote betrug im Januar 4,2 Prozent – ein weiterhin erhöhter Wert. Damit bleibt das Bild eines Arbeitsmarkts bestehen, der zwar nicht einbricht, aber keine Erholungstendenzen zeigt.
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Kurzarbeit: Anzeigen steigen, Nutzung rückläufig
Bis zum 23. Februar wurden Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit für rund 35.000 Beschäftigte gestellt. Gleichzeitig zeigt die tatsächliche Inanspruchnahme ein rückläufiges Bild: Im Dezember 2025 erhielten 139.000 Personen Kurzarbeitergeld – deutlich weniger als in den Monaten zuvor. Die Entwicklung deutet auf Unsicherheit in den Unternehmen hin, aber auch auf eine gewisse Stabilisierung der betrieblichen Lage.
Erwerbstätigkeit sinkt weiter
Die Zahl der Erwerbstätigen blieb im Januar 2026 rückläufig. Saisonbereinigt verzeichnete Destatis ein Minus von 13.000 Personen, nicht bereinigt schrumpfte die Beschäftigung sogar um 369.000 – stärker als in den Vorjahren. Gegenüber Januar 2025 sank die Erwerbstätigkeit um 88.000 Personen. Der seit Mitte 2025 erkennbare Trend einer allmählichen Abschwächung setzt sich damit fort.
Sozialversicherungspflichtige Jobs leicht im Plus
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte im Dezember 2025 saisonbereinigt leicht um 5.000 zu, liegt im Vorjahresvergleich jedoch um 40.000 niedriger. Minijobs verzeichneten einen Rückgang auf 7,58 Millionen – 46.000 weniger als ein Jahr zuvor.
Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt schwach
Bei der BA waren im Februar 638.000 offene Stellen gemeldet, nahezu unverändert zum Vorjahr. Der BA-X-Index stieg zwar um 4 Punkte auf 106, spiegelt aber keinen grundsätzlichen Aufwärtstrend wider. Großaufträge einzelner Arbeitgeber verzerren die Lage – insgesamt bleibt die Nachfrage niedrig und stabilisiert sich lediglich auf einem schwachen Niveau.
Mehr Leistungsbezieher, weniger Bürgergeldempfänger
Die Zahl der Arbeitslosengeldbeziehenden stieg im Jahresvergleich auf 1,111 Millionen – ein Plus von 76.000. Die Zahl der Bürgergeldberechtigten sank hingegen um 149.000 auf 3,822 Millionen, was 7 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter entspricht. Dies zeigt eine gegenläufige Entwicklung: mehr Menschen rutschen in Arbeitslosigkeit, gleichzeitig sinkt die Zahl derjenigen, die längerfristig staatliche Unterstützung benötigen.
Ausbildungsmarkt: leichte Belebung bei den Bewerbern
Seit Oktober 2025 meldeten sich 298.000 Jugendliche für eine Ausbildungsstelle – 4.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Angebot hingegen schrumpfte deutlich: 345.000 gemeldete Stellen bedeuten ein Minus von 52.000. Da die Hauptbewegung im Markt erst im Frühjahr einsetzt, ist eine abschließende Einschätzung frühestens im Sommer möglich.
Destatis: Trend sinkender Erwerbstätigkeit setzt sich fort
Parallel zu den BA-Daten bestätigt auch Destatis die schwache Arbeitsmarktdynamik. Die Erwerbstätigenzahl ging im Januar saisonbereinigt um 14.000 zurück. Nicht bereinigt fiel das Minus mit 369.000 Personen stärker aus als im Durchschnitt der Vorjahre. Im Jahresvergleich sank die Erwerbstätigkeit um 0,2 Prozent, während die Erwerbslosigkeit deutlich zunahm. Die bereinigte Erwerbslosenquote stagnierte bei 4,0 Prozent – ein weiteres Signal für anhaltenden Druck auf dem Arbeitsmarkt.


