Der geplante Einstieg externer Investoren bei Giorgio Armani könnte breiter ausfallen als bislang erwartet. Konzernchef Giuseppe Marsocci hält es für möglich, den zum Verkauf vorgesehenen Anteil von 15 Prozent auf mehrere strategische Partner zu verteilen. Im Mittelpunkt stehen dabei LVMH, L’Oréal und EssilorLuxottica, wie unter anderem die Financial Times berichtet. Der Schritt ist Teil des detaillierten Nachfolgeplans, den Firmengründer Giorgio Armani vor seinem Tod festgelegt hatte.
Verkauf könnte auf mehrere Partner verteilt werden
Bislang war vor allem über den Einstieg eines einzelnen strategischen Investors spekuliert worden. EssilorLuxotica war bereits im November 2025 mit bis zu 10 Prozent im Gespräch. Marsocci machte nun deutlich, dass auch eine Aufteilung des 15-Prozent-Pakets denkbar ist. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen.
Damit gewinnt eine Lösung an Bedeutung, bei der mehrere bereits eng mit Armani verbundene Konzerne gleichzeitig beteiligt werden. L’Oréal arbeitet seit Jahren mit Armani im Beauty-Geschäft zusammen, EssilorLuxottica ist ein wichtiger Partner im Brillenbereich. LVMH wiederum könnte als globaler Luxuskonzern strategisches Interesse an einer Beteiligung haben.
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Nachfolgeplan sieht weitere Schritte vor
Der erste Anteilsverkauf ist nur der Beginn eines langfristig angelegten Eigentümerumbaus. Nach den testamentarischen Vorgaben sollte zunächst innerhalb von zwölf bis 18 Monaten nach dem Tod Giorgio Armanis ein Anteil von 15 Prozent veräußert werden.
In einer zweiten Phase ist innerhalb von drei bis fünf Jahren ein Verkauf weiterer 30 bis 55 Prozent vorgesehen. Alternativ könnte das Unternehmen an die Börse gebracht werden. Als bevorzugter Handelsplatz gilt Mailand. Damit steht eines der bekanntesten noch unabhängigen europäischen Luxushäuser vor einem grundlegenden Wandel seiner Eigentümerstruktur.
Bewertung wird zum zentralen Verhandlungspunkt
Neben der Investorenstruktur dürfte vor allem der Preis über den Erfolg der Transaktion entscheiden. Marsocci betonte, dass der vorgegebene Zeitplan zwar grundsätzlich eingehalten werden solle, eine Einigung aber von Bewertung und Vertragsbedingungen abhänge.
Armani erzielte 2025 einen Nettoumsatz von rund 2,19 Milliarden Euro. Währungsbereinigt entsprach dies einem Rückgang um 2,8 Prozent. Gleichzeitig stieg das EBITDA um 3,2 Prozent auf 152,7 Millionen Euro, das operative Ergebnis lag bei 52,6 Millionen Euro. Damit bleibt das Unternehmen profitabel, operiert jedoch in einem deutlich anspruchsvolleren Luxusmarkt.
Führungsstruktur wird parallel neu geordnet
Auch im Management läuft der Generationswechsel. Marsocci übernahm im Oktober 2025 die Position des CEO und steht für Kontinuität aus dem bestehenden Management heraus. Gleichzeitig öffnet sich Armani stärker für externe Führungskräfte.
Im September 2026 wurde der ehemalige Versace-Designer Dario Vitale zum Kreativdirektor von Emporio Armani sowie für Accessoires der Hauptmarke Giorgio Armani ernannt. Er ist damit der erste externe Designer außerhalb der Armani-Familie in einer derart bedeutenden kreativen Führungsrolle.
Stiftung soll Einfluss auf die Markenidentität sichern
Eine zentrale Rolle im Nachfolgemodell spielt die Giorgio Armani Foundation. Sie soll gemeinsam mit langjährigen Vertrauten des Gründers sicherstellen, dass zentrale Prinzipien wie Markenidentität, finanzielle Disziplin und strategische Kontinuität auch nach dem Einstieg externer Investoren gewahrt bleiben.
Gerade bei einem möglichen Einstieg eines großen Luxuskonzerns dürfte diese Konstruktion relevant werden. Der Nachfolgeplan ist bewusst so angelegt, dass die Kontrolle nicht abrupt übergeht, sondern schrittweise neu verteilt wird.






