Am Montagvormittag kam es weltweit zu Ausfällen zahlreicher Internetdienste. Betroffen waren unter anderem die Messenger-App Signal, der Social-Media-Dienst Snapchat, mehrere Spiele und Banking-Apps sowie Amazons eigene Dienste wie Prime Video, Alexa und Ring. Ursache ist eine großflächige Störung bei Amazon Web Services (AWS), einem der führenden Cloud-Anbieter weltweit.
Dienste weltweit betroffen
Nutzer berichteten über Einschränkungen beim Versenden von Nachrichten, beim Streaming von Inhalten oder beim Zugriff auf verschiedene Plattformen. Neben den genannten Diensten waren auch Slack, Duolingo, Roblox, Canva, Docker und der Epic Games Store von Ausfällen betroffen. Selbst Amazons Sprachassistenten zeigten Fehlfunktionen – so reagierten Echo-Geräte zwar auf Sprachbefehle, konnten jedoch keine Musik abspielen.
Die Störungen konzentrierten sich laut Amazon auf die Region „US-EAST-1“ in North Virginia. Besonders betroffen war der Dienst DynamoDB, auf dem viele andere AWS-Dienste basieren. Amazon bestätigte „erhöhte Fehlerraten und Latenzen“ und kündigte an, an einer schnellen Lösung zu arbeiten.
Amazon unaufhaltsam
Reaktionen der Unternehmen
Mehrere betroffene Firmen äußerten sich öffentlich. Signal-Chefin Meredith Whittaker informierte auf Bluesky über die Ausfälle und bat um Geduld. Auch Aravind Srinivas, CEO des KI-Start-ups Perplexity, machte AWS für den temporären Ausfall seiner Plattform verantwortlich.
Am Vormittag meldeten sich auch Medien wie „heise online“ und „BILD“ zu Wort. Heise listete über 50 betroffene AWS-Dienste und verwies auf Probleme bei Video-Streaming und der Verfügbarkeit von Apps. BILD wiederum berichtete zusätzlich von Ausfällen beim Bezahldienst Venmo und der Kryptobörse Coinbase.
Aktueller Stand am Nachmittag
Laut AWS waren am Vormittag deutscher Zeit die meisten Dienste wieder verfügbar. Am frühen Nachmittag meldeten schließlich verschiedene US-Medien, dass der Fehler vollständig mitigiert sei.
Bedeutung von AWS für das Internet
Amazon Web Services ist einer der größten Cloud-Anbieter weltweit. Die Plattform stellt Unternehmen Rechenleistung, Speicherplatz und Netzwerkinfrastruktur zur Verfügung – oftmals als Rückgrat von Online-Diensten. Die aktuelle Störung zeigt einmal mehr, wie abhängig viele digitale Angebote von wenigen zentralen Infrastrukturanbietern sind. Wann die volle Funktionsfähigkeit wiederhergestellt ist, war zunächst unklar.


