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B2B: Zahlungsverzug belastet Unternehmen und Lieferketten

Stempel mit Verzugszinsen
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Während verspätete Zahlungen und Forderungsausfälle zunehmen, geraten immer mehr Unternehmen unter finanziellen Druck. Aktuelle Zahlen zeigen steigende Risiken für Liquidität, Rentabilität und Lieferketten. Viele Betriebe rechnen zudem mit anhaltend hohen Insolvenz- und Zahlungsausfallrisiken in den kommenden Jahren.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Zahlungsmoral im deutschen B2B-Geschäft verschlechtert sich spürbar. Immer mehr Unternehmen kämpfen mit verspäteten Zahlungseingängen und steigenden Forderungsausfällen. Gleichzeitig erschweren hohe Finanzierungskosten und eine schwache Konjunktur die Sicherung ausreichender Liquidität. Das aktuelle Atradius-Zahlungsbarometer zeigt, dass sich die Belastungen entlang der gesamten Lieferkette verstärken.

Lieferantenkredite gewinnen an Bedeutung

Da klassische Bankfinanzierungen für viele Unternehmen teurer und schwerer zugänglich werden, rücken Lieferantenkredite stärker in den Fokus. Dennoch bleibt Deutschland im westeuropäischen Vergleich zurückhaltend: Nur rund 35 Prozent der B2B-Umsätze werden auf Kreditbasis abgewickelt. Viele Anbieter begrenzen Zahlungsziele deshalb auf maximal 30 Tage, um die eigene Liquidität zu schützen.

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Zahlungsverzögerungen breiten sich aus

Inzwischen berichten 87 Prozent der befragten Unternehmen von verspäteten Zahlungen im Geschäftskundenbereich. Damit liegt Deutschland deutlich über dem westeuropäischen Durchschnitt. Die verlängerten Zahlungszyklen erschweren die Cashflow-Planung und erhöhen den Druck auf das Betriebskapital. Als Hauptursachen gelten Liquiditätsprobleme bei Kunden, interne Freigabeprozesse sowie Verzögerungen im Zahlungsverkehr.

Besonders kritisch sind die Auswirkungen auf die Lieferketten: Mehr als jedes fünfte Unternehmen gibt an, aufgrund ausbleibender Zahlungen selbst Rechnungen später begleichen zu müssen.

Forderungsausfälle schmälern die Rentabilität

Neben verspäteten Zahlungen nehmen auch Forderungsausfälle zu. Zehn Prozent der Unternehmen verzeichnen Ausfälle von mindestens fünf Prozent ihres gesamten B2B-Rechnungsvolumens. Diese Verluste wirken sich unmittelbar auf die Ertragslage aus und schwächen die finanzielle Stabilität insbesondere kleinerer und stärker verschuldeter Betriebe.

Mit zunehmendem Liquiditätsdruck steigt zudem das Risiko weiterer Unternehmensinsolvenzen. Dadurch wächst die Gefahr zusätzlicher Zahlungsausfälle entlang der Wertschöpfungsketten.

Unternehmen erwarten anhaltend schwierige Lage

Für die Jahre 2026 und 2027 rechnen viele Betriebe nicht mit einer schnellen Entspannung. Rund 34 Prozent der Befragten erwarten steigende Insolvenzzahlen, während mehr als die Hälfte von einem dauerhaft erhöhten Risikoniveau ausgeht. Zusätzlich belasten geopolitische Konflikte, handelspolitische Unsicherheiten und anhaltender Kostendruck die wirtschaftlichen Perspektiven.

Als größte Risiken für den B2B-Zahlungsverkehr nennen die Unternehmen einen möglichen weiteren Konjunkturabschwung, steigende Kosten sowie geopolitische Instabilität. Vor diesem Hintergrund gewinnt ein konsequentes Liquiditäts- und Forderungsmanagement weiter an Bedeutung.

Die Ergebnisse basieren auf dem aktuellen Atradius-Zahlungsbarometer, für das im ersten und zweiten Quartal 2026 insgesamt 210 Unternehmen in Deutschland befragt wurden.

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