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BCG: Warum die meisten Unternehmen an Veränderungen scheitern

Time for change auf einer Uhr geschrieben
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

BCG sieht die Ursachen vieler gescheiterter Unternehmens-Transformationen im falschen Umgang mit Mitarbeitenden. Ein neues Buch der Beratung zeigt, wie Verhaltensforschung helfen soll, Veränderungsprozesse erfolgreicher umzusetzen und langfristig in Unternehmen zu verankern.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Unternehmen investieren weltweit Milliarden in Transformationsprogramme, dennoch scheitern viele Veränderungsprojekte weiterhin an ihren Zielen. Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) sieht die Ursachen dafür weniger in der Strategie als im Umgang mit Menschen und organisationalem Verhalten. In ihrem neuen Buch „How Change Really Works“ stellen BCG-Experten deshalb wissenschaftlich fundierte Prinzipien für erfolgreiche Veränderungsprozesse vor.

Das Buch wurde von Julia Dhar, Kristy R. Ellmer und Philip Jameson veröffentlicht und basiert auf Erkenntnissen der Verhaltensforschung, Interviews mit Führungskräften sowie Erfahrungen aus internationalen Transformationsprojekten.

Mehr als 70 Prozent der Transformationen scheitern

Nach Angaben der Autorinnen und Autoren erreichen mehr als 70 Prozent aller Transformationen ihre ursprünglichen Ziele nicht. Neben finanziellen Belastungen entstünden dabei häufig langfristige Schäden innerhalb der Organisationen. Mitarbeitende verlören Vertrauen in Veränderungsprozesse, wodurch die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen langfristig sinke.

BCG argumentiert, dass viele Führungskräfte den menschlichen Faktor unterschätzen. Veränderungen scheiterten oft nicht an mangelnder Strategie, sondern daran, dass Unternehmen nicht verstehen würden, wie Menschen tatsächlich auf Wandel reagieren.

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Sieben Prinzipien für erfolgreichen Wandel

Im Mittelpunkt des Buchs stehen sieben Prinzipien, die Veränderungsprozesse erfolgreicher machen sollen. Dazu zählt unter anderem, echte Zustimmung innerhalb des Managements zu schaffen statt nur formaler Einigkeit. Ebenso wichtig sei es, Mitarbeitenden echten Handlungsspielraum zu geben und Veränderungen nicht lediglich top-down vorzugeben.

Die Autoren empfehlen außerdem, emotionale Reaktionen und Motivation kontinuierlich zu messen, statt sich ausschließlich auf Managementeinschätzungen zu verlassen. Führungskräfte sollten Hindernisse aktiv abbauen und Veränderungen durch klare Rituale, Symbole und Geschichten im Arbeitsalltag verankern.

Darüber hinaus betont BCG die Bedeutung langfristiger Dynamik. Viele Transformationsprojekte verlören nach ersten Erfolgen an Energie. Unternehmen müssten daher gezielt Maßnahmen entwickeln, um Motivation und Fortschritt dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Verhaltensforschung gewinnt an Bedeutung

Laut Julia Dhar konzentrieren sich viele Unternehmen weiterhin zu stark auf Kennzahlen und strategische Ziele. Entscheidend für den Erfolg seien jedoch die täglichen Erfahrungen der Mitarbeitenden während des Veränderungsprozesses.

Auch Philip Jameson verweist darauf, dass Widerstand gegen Veränderungen oft falsch interpretiert werde. Unternehmen müssten besser verstehen, welche psychologischen Mechanismen hinter Anpassungsprozessen stehen und wie Führungskräfte diese gezielt unterstützen können.

Fünf Phasen strukturieren den Wandel

Das Buch beschreibt zudem einen fünfstufigen Ansatz für Veränderungsprozesse – von der Entscheidung zur Transformation über Planung und Umsetzung bis hin zur langfristigen Stabilisierung neuer Strukturen.

Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten, technologischer Umbrüche und des zunehmenden Einsatzes künstlicher Intelligenz werde die Fähigkeit zu erfolgreichem Wandel für Unternehmen immer wichtiger. Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren sei der Einsatz von Behavioral Science deshalb künftig keine Option mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Transformationen.

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