Betrügerische Zahlungsvorgänge haben in Deutschland im Jahr 2025 einen Schaden von mehr als 580 Millionen Euro verursacht. Nach Erhebungen der Deutschen Bundesbank wurden rund 1,8 Millionen entsprechende Transaktionen registriert. Um Verbraucher besser vor digitalen Betrugsmaschen zu schützen, starteten Unternehmen und öffentliche Institutionen am vergangenen Freitag eine gemeinsame Aufklärungskampagne.
Unter dem Motto „Machen wir Phishen Impossible!“ wollen die Beteiligten insbesondere über gefälschte Nachrichten, manipulierte Internetseiten und betrügerische Telefonanrufe informieren. Die Schirmherrschaft übernehmen die Deutsche Bundesbank und das Bundesministerium der Finanzen (BMF).
Zahlungsbetrug verursacht Schäden in Millionenhöhe
Die Zahlen der Bundesbank verdeutlichen das Ausmaß betrügerischer Aktivitäten im Zahlungsverkehr. Mit rund 1,8 Millionen registrierten betrügerischen Zahlungsvorgängen und einem Gesamtschaden von über 580 Millionen Euro im Jahr 2025 stellt der Zahlungsbetrug ein erhebliches Risiko für Verbraucher und Finanzdienstleister dar.
Eine besonders verbreitete Methode ist das sogenannte Phishing. Kriminelle versuchen dabei, über täuschend echt wirkende E-Mails, Kurznachrichten, Internetseiten oder Telefonkontakte an vertrauliche Informationen zu gelangen.
Häufig geben sich die Täter als Beschäftigte von Banken oder anderen vertrauenswürdigen Einrichtungen aus. Ihr Ziel besteht darin, Zugangsdaten abzugreifen oder Betroffene zur eigenständigen Überweisung von Geld zu bewegen.
Die Betrugsversuche können unterschiedliche Altersgruppen und Nutzer digitaler Zahlungsangebote betreffen. Entsprechend richtet sich die neue Initiative an eine breite Öffentlichkeit.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Bundesbank und Finanzministerium unterstützen Aufklärung
Die Kampagne geht auf den „Roundtable Betrugsbekämpfung“ zurück, den die Bundesbank im November 2025 gegründet hatte. In diesem Gremium arbeiten verschiedene Akteure an gemeinsamen Maßnahmen gegen Betrug im Zahlungsverkehr.
Bundesbank-Vorstandsmitglied Lutz Lienenkämper betont die Bedeutung einer Zusammenarbeit über einzelne Branchen hinaus. Ziel sei es, Menschen dabei zu unterstützen, verdächtige Nachrichten zu erkennen, angemessen zu reagieren und Betrugsversuche zu melden.
Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil unterstützt die Initiative. Nach seiner Einschätzung gehört das Erkennen digitaler Betrugsversuche zu den wichtigen Fähigkeiten im alltäglichen Umgang mit Finanzdienstleistungen.
Die Kampagne soll deshalb nicht nur vor konkreten Betrugsmaschen warnen, sondern auch das Wissen über sichere digitale Zahlungen und den verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Daten stärken.
Banken, Handel und Telekommunikation beteiligen sich
Seit dem 10. Oktober informieren Unternehmen und Institutionen aus der Finanzwirtschaft, der Telekommunikationsbranche und dem Handel gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen über Risiken im Zahlungsverkehr.
Die Aufklärung ist zunächst für einen Zeitraum von rund einem Monat geplant. Im Mittelpunkt stehen soziale Netzwerke sowie eine begleitende Kampagnenwebsite, auf der Verbraucher Informationen zu verschiedenen Betrugsformen erhalten.
Durch die branchenübergreifende Beteiligung sollen möglichst viele Menschen erreicht werden. Schließlich nutzen Kriminelle unterschiedliche Kommunikationswege, um ihre Opfer anzusprechen – vom klassischen Telefonanruf bis zur gefälschten digitalen Nachricht.
Das gemeinsame Vorgehen soll dazu beitragen, Warnhinweise und grundlegende Schutzempfehlungen stärker im Alltag der Verbraucher zu verankern.
Videos zeigen gefälschte Identitäten und Bankanrufe
Ein wesentlicher Bestandteil der Kampagne sind Videos, die typische Betrugssituationen veranschaulichen. Dazu gehören beispielsweise Anrufe von Personen, die sich wahrheitswidrig als Bankmitarbeiter ausgeben, oder Nachrichten mit gefälschten Absenderangaben.
Die begleitende Internetseite erläutert, wie solche Täuschungsversuche funktionieren und woran verdächtige Inhalte erkannt werden können. Zusätzlich stellt sie weiterführende Informationsquellen bereit.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Handlungsempfehlungen für Menschen, die bereits auf einen Betrugsversuch hereingefallen sind. Betroffene sollen erfahren, welche Schritte nach einer unberechtigten Zahlung oder der Weitergabe sensibler Informationen sinnvoll sind.
Damit verbindet die Initiative vorbeugende Aufklärung mit praktischer Unterstützung im Schadensfall.
Mehr Aufmerksamkeit beim digitalen Bezahlen
Die Bundesbank und das Finanzministerium setzen bei der Betrugsprävention insbesondere auf einen bewussteren Umgang mit unerwarteten Zahlungsaufforderungen und Anfragen nach vertraulichen Daten.
Verbraucher sollen verdächtige Kontaktversuche zunächst kritisch prüfen, bevor sie Informationen weitergeben oder Transaktionen freigeben. Ebenso wichtig ist es, erkannte Betrugsversuche an geeignete Stellen zu melden.
Die deutsche Initiative orientiert sich an einer bereits bestehenden österreichischen Online-Kampagne mit demselben Namen. Deren Ansatz wird nun auf den deutschen Zahlungsverkehr übertragen.
Mit der gemeinsamen Aufklärung wollen die beteiligten Institutionen das Bewusstsein für digitale Betrugsrisiken erhöhen. Angesichts der hohen finanziellen Schäden soll insbesondere die frühzeitige Erkennung manipulierter Nachrichten und betrügerischer Zahlungsaufforderungen gestärkt werden.







