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Dekarbonisierung der Modebranche: Zwischen Anspruch und Geschäftsnutzen

Hemden auf einem Kleiderbuegel
Foto: Pew Nguyen / Pexels

Key takeaways

Die Modeindustrie steht unter Druck: Nur 11 % der Unternehmen sind auf Kurs, ihre Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Eine neue Bain-Analyse zeigt, wie Marken ihre Dekarbonisierungsstrategie mit echtem Geschäftsnutzen verbinden können.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Modebranche steht unter doppeltem Druck: Einerseits steigen die Anforderungen an die Reduktion von CO₂-Emissionen, andererseits kämpfen viele Marken mit wirtschaftlichen Herausforderungen und veränderten Kundenpräferenzen. Laut aktuellen Analysen der Strategieberatung Bain & Company ist derzeit nur ein Bruchteil der Branche – gemessen an etwa 11 % des Marktwerts – auf Kurs, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen.

CO₂-Reduktion als wirtschaftliche Notwendigkeit

Die Emissionen der Branche machen rund 2 % der globalen Treibhausgase aus. Die Notwendigkeit zur Dekarbonisierung ist unbestritten – sie muss aber wirtschaftlich tragfähig erfolgen. Die größten Hebel liegen dort, wo sich Klimaschutz und Geschäftsnutzen überschneiden. Wer es schafft, beides in Einklang zu bringen, kann nicht nur Emissionen senken, sondern zugleich Effizienz und Rentabilität steigern.

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Zwei Strategien, zwei Kurven

Ein von Bain entwickeltes Analyseinstrument, die sogenannte Marginal Abatement Cost Curve (MACC), zeigt auf, welche Maßnahmen den größten Klimanutzen im Verhältnis zu den Kosten bieten – getrennt nach Fashion- und Luxussegment. Während Modeunternehmen in der Breite auf bessere Beschaffung und sauberere Energiequellen setzen sollten, liegt der Fokus im Luxusbereich auf besserer Produktionsplanung und dem Aufbau eigener Wiederverkaufskanäle.

Effizienz durch Technologie

Insbesondere KI-gestützte Prognosen zur Nachfrage können Emissionen und Rücksendungen reduzieren. Indem Größen, Farben und Stile präziser angeboten werden, sinken Retourenquoten – mit positiven Effekten auf Kosten und CO₂-Bilanz. Zugleich ermöglichen langfristige Lieferverträge eine klimafreundlichere Produktion bei den Zulieferern, etwa durch trockene statt nasser Verarbeitungstechniken.

Luxus: Überproduktion als Problem

Im Luxussegment bleibt der Abverkauf mit rund 60 % vergleichsweise gering. Die Folge: Überproduktion mit ökologischen und wirtschaftlichen Folgen. Gesetzliche Vorgaben – etwa in der EU – erschweren künftig die Vernichtung nicht verkaufter Ware. Umso wichtiger ist eine präzisere Absatzplanung. Technologische Ansätze wie KI-basierte Nachfrageprognosen oder Made-to-Order-Produktion bieten hier praktikable Lösungsansätze.

Resale: Herausforderung und Chance

Zwar wird der Wiederverkauf derzeit vor allem über Drittplattformen abgewickelt, doch echte Klimavorteile entstehen nur, wenn der Secondhand-Markt den Absatz neuer Produkte ersetzt. Eigene Resale-Plattformen könnten Marken helfen, diesen Hebel zu kontrollieren – und langfristig profitabel zu machen. Künftig verpflichtende digitale Produktpässe (DPP) in der EU eröffnen zusätzliche Potenziale, etwa durch automatisierte Rücknahmeprozesse.

Fazit: Klimaziele erfordern Umsetzung, nicht nur Versprechen

Die Analyse zeigt deutlich: Dekarbonisierung darf kein isoliertes Nachhaltigkeitsprojekt bleiben. Sie muss integraler Bestandteil der Geschäftsstrategie werden – von der Beschaffung über die Produktion bis zum Vertrieb. Wer jetzt in Technologien und systemische Veränderungen investiert, kann sich langfristige Vorteile sichern.

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