Die wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland hat ein außergewöhnlich hohes Niveau erreicht. Laut einer internationalen CRIF-Umfrage sorgen sich 87 Prozent der Unternehmen um ihre finanzielle Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten – mehr als in allen anderen untersuchten Ländern. Gleichzeitig geben 61 Prozent an, die derzeitige Lage sei die unsicherste Phase ihrer bisherigen unternehmerischen Tätigkeit.
Kosten und Gewinne im Fokus der Sorgen
Steigende Betriebskosten stellen die größte unmittelbare Herausforderung dar. 54 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten deutlich höhere Ausgaben. Parallel dazu rechnet jedes vierte Unternehmen mit sinkenden Gewinnen. Auch technologische Entwicklungen erhöhen den Druck: 25 Prozent befürchten, beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz den Anschluss zu verlieren.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Finanzielle Stabilität bleibt kritisch
Neben Kostenfragen rückt die Sicherung der Liquidität stärker in den Fokus. 21 Prozent der Unternehmen sehen Risiken bei der Erfüllung laufender Zahlungsverpflichtungen, während 20 Prozent Schwierigkeiten beim Cashflow erwarten. Zudem sorgen sich 17 Prozent um den Zugang zu Finanzierungen, was die Investitionsfähigkeit zusätzlich einschränken könnte.
Externe Risiken dominieren das Umfeld
Die größten Unsicherheitsfaktoren liegen aus Sicht der Unternehmen außerhalb ihres direkten Einflussbereichs. 48 Prozent nennen Inflation und steigende Kosten als zentrales Risiko, gefolgt von einer möglichen wirtschaftlichen Abschwächung in Deutschland (39 Prozent) und Europa (36 Prozent). Auch geopolitische Spannungen gewinnen an Bedeutung: 33 Prozent sehen Risiken durch Konflikte im Nahen Osten, 31 Prozent durch belastete transatlantische Beziehungen.
Planungssicherheit massiv eingeschränkt
Die unsichere Lage erschwert langfristige Entscheidungen erheblich. 70 Prozent der Unternehmen geben an, dass globale Entwicklungen ihre strategische Planung behindern. Gleichzeitig erwarten 65 Prozent eine schwächere Konsumnachfrage, während 73 Prozent steigende Kosten als zunehmende Belastung für die Unternehmensführung sehen. Insgesamt entsteht ein Umfeld, das viele Unternehmen als außergewöhnlich schwierig bewerten.
Unternehmen reagieren mit Anpassungen und KI-Einsatz
Zur Stabilisierung setzen Unternehmen verstärkt auf Effizienzmaßnahmen. 46 Prozent nutzen bereits Künstliche Intelligenz zur Kostensenkung, deutlich mehr als in vergleichbaren Ländern. Zudem haben jeweils 32 Prozent ihre Wachstumspläne angepasst oder Neueinstellungen verschoben. Weitere Maßnahmen umfassen verstärkte Kostendisziplin sowie die Anpassung von Investitions- und Expansionsstrategien.




