Die duale Ausbildung bleibt für viele Unternehmen ein zentraler Bestandteil der Fachkräftesicherung. Dennoch zeigt die DIHK-Ausbildungsumfrage 2026, dass Betriebe ihr Engagement unter schwierigen Rahmenbedingungen zunehmend anpassen müssen. Wirtschaftliche Unsicherheiten und strukturelle Herausforderungen prägen die Entwicklung des Ausbildungsmarktes.
Ausbildungsangebot geht spürbar zurück
Immer mehr Unternehmen sehen sich gezwungen, ihr Angebot an Ausbildungsplätzen zu reduzieren. Knapp ein Drittel der Betriebe stellt weniger Plätze zur Verfügung als im Vorjahr, während nur eine Minderheit ihr Angebot ausweitet. Ausschlaggebend sind neben der schwachen Konjunktur vor allem fehlende geeignete Bewerberinnen und Bewerber sowie negative Erfahrungen mit Auszubildenden.
Die wirtschaftlichen Erwartungen der Unternehmen wirken sich dabei direkt auf das Ausbildungsangebot aus. Betriebe mit pessimistischer Geschäftseinschätzung reduzieren ihre Ausbildungsaktivitäten deutlich häufiger als solche mit positiven Erwartungen.
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Besetzungsprobleme auf anhaltend hohem Niveau
Trotz sinkender Ausbildungsangebote bleiben unbesetzte Stellen ein zentrales Problem. Rund die Hälfte der Betriebe konnte zuletzt nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Im Vergleich zu früheren Jahren hat sich dieser Anteil deutlich erhöht.
Hauptursache ist weiterhin die mangelnde Passung zwischen Anforderungen der Betriebe und Qualifikationen der Bewerbenden. Besonders der Mangel an geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten stellt für viele Unternehmen das größte Hindernis dar.
Defizite bei Grundkompetenzen erschweren Ausbildung
Viele Betriebe berichten von zunehmenden Defiziten bei grundlegenden Fähigkeiten von Schulabgängerinnen und Schulabgängern. Dazu zählen sowohl fachliche Kompetenzen wie Mathematik und Sprachkenntnisse als auch soziale Fähigkeiten und Belastbarkeit.
Diese Entwicklung erschwert die Ausbildung erheblich, da Unternehmen zusätzliche Ressourcen für Unterstützung und Nachqualifizierung aufbringen müssen. Gleichzeitig zeigen sich viele Betriebe offen, auch Bewerbenden mit Startschwierigkeiten eine Chance zu geben.
Wohnraummangel wird zum Standortfaktor
Ein weiteres strukturelles Problem ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende. Eine große Mehrheit der Betriebe sieht hier dringenden Handlungsbedarf. Besonders in Ballungsräumen wird die Wohnungssuche zunehmend zur Hürde für den Ausbildungsstart.
Unternehmen fordern daher vereinfachte Zugänge zu Fördermitteln sowie Programme zur besseren Vermittlung von Wohnraum.
Internationale Auszubildende als Chance
Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gewinnen Auszubildende aus Drittstaaten an Bedeutung. Viele Unternehmen sehen hierin eine wichtige Möglichkeit, ihren Bedarf zu decken. Ein Teil der Betriebe hat bereits entsprechende Erfahrungen gesammelt, oft mit positiven Ergebnissen.
Gleichzeitig bleiben bürokratische Hürden und Sprachbarrieren zentrale Herausforderungen. Auch hier spielt der Wohnraummangel eine zusätzliche Rolle.
Hohe Übernahmequote trotz schwieriger Lage
Trotz der angespannten Situation übernehmen die meisten Betriebe ihre Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss. Ein Großteil der Unternehmen bietet langfristige Perspektiven und unterstützt weitere Qualifizierungsmaßnahmen.
Dies unterstreicht die weiterhin hohe Bedeutung der dualen Ausbildung für den Einstieg in den Arbeitsmarkt und zeigt, dass gut ausgebildete Fachkräfte auch künftig gefragt bleiben.






